
Interaktive Ausstellung
Ein Stück Carolabrücke liegt jetzt im Kulturpalast
23.01.2026 – 19:40 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Ausstellung im Kulturpalast zeigt, warum Brücken mehr sind als Verkehrswege. Besucher dürfen rätseln, bauen – und erfahren, warum Spannbeton besser ist als sein Ruf.
Ein Originalstück der Carolabrücke steht gleich am Eingang der Ausstellung. Aber nicht als Mahnmal. Am Spannglied erklärt die Schau, wie Spannbeton funktioniert. Jene Bauweise, die seit dem Einsturz im September unter Generalverdacht steht. Zu Unrecht?
Spannbetonbau sei die wichtigste Bauweise im Brückenbau in Deutschland und weltweit, stellt Ausstellungsleiter Steffen Marx von der TU Dresden klar. Er ist einer der führenden Brückenexperten Deutschlands: „Die Carolabrücke ist ein Pionier des Spannbetonbaus gewesen.“ Zur Bauzeit in den 60er-Jahren hätten daher noch Erfahrungswerte gefehlt.
„Die Teams in Planung und Bau haben wirklich ihr Bestes gegeben. Die Carolabrücke hatte eine hervorragende Bauqualität und steckte voller Innovationen“, so Marx weiter. Sie seien dabei an die Grenzen des Machbaren gegangen. Bestimmte Tücken der Bauweise hätten sich erst im Laufe der Jahre gezeigt.
Heute gibt es Vorschriften, deren Umsetzung einen plötzlichen Einsturz verhindern können.
Trotz des wissenschaftlichen Fokus nähert sich die Ausstellung den Themen spielerisch. So dürfen Besucher selbst eine Leonardo-Brücke bauen – eine Bogenkonstruktion aus Holz, die nur durch Zusammenstecken hält.
Auch eine Abwandlung des viralen Onlinespiels „Geoguesser“ wartet auf die Besucher: Auf einem großen Touchscreen sehen sie eine Brücke irgendwo auf der Welt und müssen herausfinden, in welcher Stadt die Brücke steht.
„Mit dieser Ausstellung wollten wir zeigen, wie vielfältig dieses Thema ist“, sagt Steffen Marx. „Das geht von der künstlerischen Auseinandersetzung über das Thema Luftbrücke bis dahin, was eine Brücke noch ist – außer ein Verkehrsmittel.“
Ausstellung „Brücken neu denken“ im Zentrum für Baukultur Sachsen im Kulturpalast. Geöffnet dienstags bis samstags von 13 bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei.