„Neue Bedrohungslage“ in Berlin: Bandenkriege erreichen neue Dimension

Bandenkriege mit Handgranaten und Schüssen

Berliner Senatorin warnt vor „neuer Bedrohungslage“

10.02.2026 – 12:40 UhrLesedauer: 2 Min.

Angriff auf ein Lokal (Archivbild): In der deutschen Hauptstadt nimmt die Gewalt zwischen Banden zu. (Quelle: Markus Lenhardt/dpa)

Berlin wird mehr und mehr zum Schauplatz brutaler Bandenkriege. Geschäftsleute werden eingeschüchtert, Lokale mit Handgranaten attackiert. Die Justizsenatorin schlägt Alarm.

Die Gewalt durch rivalisierende Banden der organisierten Kriminalität hat in Berlin laut Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) eine „neue Dimension erreicht“. Schüsse auf Menschen, Fahrzeuge und Gebäude würden das Stadtbild zunehmend prägen, sagte sie am Dienstag dem RBB-Inforadio. Es sei sowohl „quantitativ als auch qualitativ eine neue Bedrohungslage entstanden“.

Hinter den Attacken stecken laut Badenberg Revierkämpfe zwischen kriminellen Gruppen. Die Banden versuchten, die Stadt unter sich aufzuteilen, um Drogengeschäfte zu kontrollieren und Schutzgeld zu erpressen. Vor allem Geschäftsleute würden eingeschüchtert und zu Zahlungen genötigt.

Die Herkunft der Täter spiele dabei eine wichtige Rolle. „Täter werden gezielt aus dem Ausland nach Berlin gebracht, um Geschäftsleute aus demselben Herkunftsland zu bedrohen“, erklärte die Senatorin. In der Hauptstadt existiere bereits eine aktive Struktur der organisierten Kriminalität, in die Neuankömmlinge über Bekannte und Verwandte „relativ einfach einsteigen“ könnten.

Ein zentrales Problem sei das illegale Hawala-Banking, bei dem Geld ohne reguläre Banken zwischen Partnern im Ausland verschoben werde. Dieses System werde besonders bei der Geldwäsche nach Drogengeschäften genutzt. Die Senatorin forderte schärfere Maßnahmen, um diesen Zahlungsverkehr einzuschränken.

Badenberg dringt zudem auf eine Verschärfung der Gesetze. Illegaler Waffenbesitz sei bisher nur ein Vergehen und kein Verbrechen, was es der Polizei erschwere, Haftbefehle zu erwirken oder Verdächtige abzuhören. Auch Programme mit Künstlicher Intelligenz seien nötig, um die großen Datenmengen von beschlagnahmten Handys und Computern auszuwerten und so die Hinterleute und Strukturen aufzuklären.

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