Vorwurf der Kindesentführung
Block-Prozess: Navi-Eintrag führte Ermittler zu Christina Block
12.03.2026 – 13:35 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach der Entführung der beiden Kinder von Christina Block suchte die Hamburger Polizei zunächst nach der Mutter. Erst später geriet die Unternehmerin in den Fokus der Ermittler.
Im Prozess um die Entführung der beiden Kinder von Steakhaus-Erbin Christina Block hat eine Kriminalbeamtin geschildert, wie die Hamburger Polizei nach der Tat ermittelte. Am 1. Januar 2024 habe sie von der dänischen Polizei den Auftrag erhalten, die Mutter über die Entführung zu informieren, sagte die Zeugin vor dem Hamburger Landgericht.
Zunächst habe man Christina Block weder an ihrer Wohnanschrift noch im zur Familie gehörenden Hotel „Grand Elysée“ antreffen können. Weil es sich um eine vermögende Familie handle, hätten die Ermittler anfangs auch eine mögliche Gefährdung der Mutter in Betracht gezogen, sagte die 33-jährige Kriminalbeamtin.
Ein Tatverdacht gegen Block sei erst später aufgekommen. In den Navigationsgeräten zweier Mietwagen, die mutmaßliche Entführer am Hamburger Flughafen zurückgegeben hatten, fanden Ermittler die Adresse des Hotels „Grand Elysée“. Erst diese Spur habe dazu geführt, dass die Unternehmerin stärker in den Fokus der Ermittlungen geriet.
Die beiden Kinder, damals zehn und 13 Jahre alt, waren in der Silvesternacht 2023/24 vom Wohnort ihres Vaters in Dänemark entführt worden. Nach bisherigen Erkenntnissen brachten die Täter sie zunächst auf einen Bauernhof in Baden-Württemberg. Von dort holte Christina Block sie nach eigenen Angaben später nach Hamburg.
Der 52-Jährigen wird vorgeworfen, eine israelische Sicherheitsfirma mit der Entführung beauftragt zu haben. Die Tochter des „Block House“-Gründers Eugen Block bestreitet dies. Sie führt seit Jahren einen Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Mann Stephan Hensel um die beiden jüngsten ihrer vier gemeinsamen Kinder.
Blocks Verteidiger Ingo Bott wertete die Aussage der Kriminalbeamtin als entlastend für seine Mandantin. Block habe die Silvesternacht im Hotel gefeiert und anschließend zu Hause geschlafen.
„Das widerspricht einem Tatplan“, sagte der Anwalt. Die Polizei hätte sie am Morgen des 1. Januar antreffen können. „Es hätte all das nicht funktionieren können, wenn die Polizei ihren Job gemacht hätte.“
