Wettlauf gegen die Zeit
Nasa will absinkendes Teleskop im Orbit einfangen
31.05.2026 – 16:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Teleskop Swift verliert seit Monaten an Höhe. Nun soll es mit einem Roboterfahrzeug eingefangen werden. So ein Manöver gab es noch nie.
Die Nasa hat für Juni eine Mission angesetzt, mit der sie ihr absinkendes Weltraumteleskop Swift vor dem Absturz bewahren will. Das Roboterfahrzeug eines privaten Unternehmens soll das Teleskop im Orbit einfangen und in eine höhere Umlaufbahn schieben. Das teilte die Raumfahrtbehörde mit.
Das Neil Gehrels Swift Observatory umkreist die Erde seit 2004 und spürt Gammastrahlenausbrüche auf, die stärksten bekannten Explosionen im Weltall. Einen eigenen Antrieb hat das Teleskop nicht. Es wird in seiner niedrigen Umlaufbahn jedoch durch die dünne Restatmosphäre gebremst und verliert fortlaufend an Höhe.
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Sonnenaktivität beschleunigt den Sinkflug
Eine stärker als erwartete Sonnenaktivität hat diesen Effekt verstärkt. Nach Angaben der Nasa sank Swift dadurch schneller als vorhergesehen. Ohne Eingriff werde das Teleskop noch in diesem Jahr in die Atmosphäre eintreten und verglühen. John Van Eepoel, Missionsleiter für Swift am Goddard Space Flight Center der Nasa, beschrieb das Vorhaben so: „Der Versuch, Swift anzuheben, ist eine schnelle Mission mit hohem Risiko und hohem Ertrag.“
Den Auftrag erhielt das Unternehmen Katalyst Space Technologies aus dem US-Bundesstaat Arizona im September 2025. Die Firma hatte weniger als ein Jahr Zeit, um ihr Fahrzeug mit dem Namen Link zu bauen, zu testen und zu starten. Für vergleichbare Vorhaben seien sonst deutlich längere Zeiträume nötig. Der Auftrag hat nach Angaben der Nasa einen Wert von rund 30 Millionen US-Dollar. Anfang Mai schloss Katalyst die Tests am Goddard Space Flight Center in Maryland ab.
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Manöver an einem nicht dafür gebauten Satelliten
Link soll mit einer Pegasus-Rakete des Herstellers Northrop Grumman starten, die ein Flugzeug in großer Höhe ausklinkt. Im All soll sich das Fahrzeug Swift über zwei bis drei Wochen nähern, es greifen und anheben. Nach Darstellung der Nasa handelt es sich um den ersten Versuch, bei dem ein privates Raumfahrzeug einen aktiven Satelliten der US-Regierung einfangen soll, der für eine solche Wartung nie vorgesehen war.
Um den Sinkflug zu bremsen, schaltete das Swift-Team bereits mehrere Instrumente ab. Wo genau sich Swift zum Startzeitpunkt befinden wird, lässt sich nur näherungsweise vorhersagen. Die Nasa berechnet die Flugbahn laufend neu, weil sie vom Weltraumwetter und von der Ausrichtung des Teleskops abhängt.
