
Der Flugverlauf gleicht insgesamt einer Acht um Erde und Mond. Die vier Astronauten sollen insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurücklegen. Am weitesten Punkt sollen sie sich etwa 370.000 Kilometer von der Erde entfernt, etwa 7.500 Kilometer hinter der erdabgewandten Seite des Mondes befinden. Von dort aus können sie dann Erde und Mond gleichzeitig sehen. Die Astronauten der „Apollo 8“-Mission näherten sich bei ihrer Umrundung dem Mond 1968 sogar bis auf etwa 113 Kilometer an.
Die „Orion“-Kapsel fliegt größtenteils vollautomatisch. Zu Testzwecken werden die Astronauten aber immer wieder auch manuell steuern. Zudem müssen sie stets alle Systeme und auch ihren eigenen Gesundheitszustand mithilfe zahlreicher Tests, Sensoren und Messungen überprüfen, auch für wissenschaftliche Forschungen. Auch Fotos und Analysen von Erde und Mond gehören zu ihren Aufgaben.
Außerdem müssen sie in der Enge der Kapsel leben und arbeiten. Schlafen sollen sie in an der Wand befestigten Schlafsäcken. Reinigen können sie sich unter anderem mit Feuchttüchern, Flüssigseife, Waschlappen sowie Zahnbürsten und Zahnpasta. Es gibt ein eigenes Klo mit Tür.
Das Essen ist ähnlich dem auf der ISS, nur noch etwas limitierter. Beispielsweise muss das meiste bei Raumtemperatur verzehrt werden, denn der Essenswärmer hat nur sehr begrenzte Kapazitäten.
Mindestens eine halbe Stunde pro Tag sollen die Astronauten mit Sport verbringen. Ein Gerät hilft ihnen dabei beispielsweise Ruder-Übungen zu machen. Außerdem hat jeder ein Tablet und einen Laptop, mit denen sie per Wifi mit der Erde kommunizieren können. Auch ein paar Filme und Spiele sind heruntergeladen.
Die bemannte Mondlandung „Artemis 3“ ist derzeit für 2027 anvisiert. Danach sind weitere Missionen geplant. Zudem soll am Mond ein Außenposten namens „Gateway“ entstehen, in dem Astronauten leben und arbeiten können. Auch unter anderem Rover und ein Atomkraftwerk für den Mond sind in Planung.
2021 hatte der damalige Generalinspekteur der Nasa geschätzt, dass die Kosten für das „Artemis“-Programm bis 2025 auf 86 Milliarden Dollar steigen würden, deutlich mehr als anfangs veranschlagt. Es sei die „ehrgeizigste und teuerste Aktivität“ der Nasa, hieß es. Seitdem dürfte noch einiges an Kostensteigerungen hinzugekommen sein, zusätzlich zu den weiterlaufenden Kosten. „Artemis 2“ alleine dürfte sich laut Expertenschätzungen auf etwa vier Milliarden Dollar belaufen.