Atom-Raumschiff

Nasa-Chef: 20-Milliarden-Dollar-Projekt auf dem Mond


Aktualisiert am 25.03.2026 – 07:38 UhrLesedauer: 3 Min.

Eine Illustration des R-1 Freedom-Raumschiffs der Nasa. (Quelle: NASA)

Die Nasa hat die bemannten Mondmissionen komplett umgeschmissen – jetzt gibt es weitere Planänderungen für die Erkundung des Mondes und von Mars.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa kippt ihre Pläne für eine Raumstation in der Mondumlaufbahn. Stattdessen will die Behörde mit den Bauteilen eine 20 Milliarden Dollar teure Basis auf der Mondoberfläche errichten. Dies teilte der neue Nasa-Chef Jared Isaacman am Dienstag in Washington mit. Außerdem plane die Nasa, bis 2028 das erste nuklearbetriebene Raumschiff zum Mars zu schicken.

Mit dem Strategieschwenk wollen die USA zum Mond zurückkehren – vor China, das eine bemannte Landung um das Jahr 2030 anstrebt. „Die Uhr läuft in diesem Wettkampf der Großmächte und Erfolg oder Niederlage wird in Monaten, nicht Jahren gemessen werden.“

„Die Nasa ist verpflichtet, erneut das fast Unmögliche zu erreichen: Vor dem Ende der Amtszeit von Präsident Trump auf den Mond zurückzukehren, eine Mondbasis zu bauen, eine anhaltende Präsenz zu etablieren und die anderen Dinge zu tun, die eine amerikanische Vorreiterstellung im Weltraum sicherstellen.“

Ein Grund für die Neuausrichtung sind Verzögerungen bei der Entwicklung der Mondlandefähren durch die privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk und Blue Origin von Jeff Bezos. Einem Bericht des Generalinspekteurs der Nasa zufolge liegt SpaceX zwei Jahre hinter dem Zeitplan. Die Nasa will nun diejenige Landefähre zuerst einsetzen, die zuerst fertig ist, anstatt an einer festgelegten Reihenfolge festzuhalten.

Die nun angekündigte Mars-Mission „Skyfall“ soll im Dezember 2028 starten und eine neue Form des nuklear-elektrischen Antriebs im Weltraum einsetzen. Das Raumschiff „Space Reactor-1 (SR-1) Freedom“ soll drei kleine Hubschrauber zum Mars bringen.

Die Mission setze auf den sogenannten nuklear-elektrischen Antrieb (nuclear electric propulsion, NEP). Dabei handelt es sich laut Nasa um einen Bordreaktor, der Wärme in elektrische Energie umwandelt, um besonders effiziente Triebwerke anzutreiben. Anders als die bislang genutzten Radioisotopengeneratoren (radioisotope thermoelectric generators, RTG) diene diese Technologie nicht nur der Energieversorgung, sondern direkt dem Antrieb. Gemeinsam mit dem US-Energieministerium wolle man so Fähigkeiten für eine langfristige Exploration über den Mond hinaus entwickeln.

Durch die Abkehr von der als „Lunar Gateway“ bekannten Raumstation ist aber auch die künftige Rolle wichtiger internationaler Partner wie der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), Japans und Kanadas ungewiss. Diese hatten sich zur Lieferung von Bauteilen für die Orbitalstation verpflichtet. ESA-Chef Josef Aschbacher, der bei der Ankündigung anwesend war, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er werde die neuen Pläne prüfen und die Gespräche mit der Nasa fortsetzen.

Share.
Die mobile Version verlassen