Apotheke, Drogerie, Internet
Das ist wichtig, wenn Sie Nahrungsergänzungsmittel kaufen
Aktualisiert am 20.04.2026 – 07:51 UhrLesedauer: 3 Min.
Nahrungsergänzungsmittel in der Apotheke zu kaufen, ist oft mit der Erwartung verbunden, Produkte von besonderer Qualität zu erhalten. Ist das auch so?
Um etwa einem Nährstoffmangel vorzubeugen, nehmen viele Menschen Vitamine, Mineralstoffe und/oder sonstige in Lebensmitteln vorkommende Stoffe in Form von Tabletten, Kapseln, Pulvern oder Brausetabs ein. Solche Präparate sind als Nahrungsergänzungsmittel frei in der Apotheke zu kaufen, aber auch in vielen anderen Ladengeschäften (darunter Drogerien, Reformhäuser und Supermärkte) sowie über das Internet. Nachfolgend erfahren Sie, was es dabei zu beachten gilt.
Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneimittel
Eines vorweg: Nahrungsergänzungsmittel – selbst die aus der Apotheke – zählen rechtlich nicht zu den Arzneimitteln, sondern zu den Lebensmitteln. Das heißt, sie dienen ausschließlich dazu, die Ernährung mit bestimmten Stoffen anzureichern und so die normalen Körperfunktionen gesunder Menschen zu erhalten.
Zu diesem Zweck Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen, ist aber in vielen Fällen unnötig. Eine solche Extraportion Nährstoffe hat nämlich nur dann einen gesundheitlichen Nutzen, wenn aufgrund bestimmter Umstände ein besonderer Bedarf besteht und das gewählte Präparat dazu passend zusammengesetzt und dosiert ist. Ratsam ist eine gezielte Nahrungsergänzung unter anderem bei:
- Frauen mit Kinderwunsch und in der Schwangerschaft
- veganer Ernährung
- Diäten mit einer täglichen Energiezufuhr von unter 1.200 Kilokalorien
- Menschen, die kaum Zeit im Freien verbringen (etwa wegen eingeschränkter Mobilität)
- Menschen, die sich einer Adipositas-OP unterzogen haben
Nahrungsergänzungsmittel haben jedoch keine medizinische Wirkung, können also beispielsweise weder Krankheiten heilen noch Beschwerden lindern. Im Gegensatz zu Arzneimitteln müssen sie daher auch kein Prüf- oder Zulassungsverfahren durchlaufen, bevor sie auf den Markt kommen. Für ihre Sicherheit sind hauptsächlich diejenigen verantwortlich, die sie herstellen und vertreiben.
Mengenangabe auf der Verpackung ist nicht verlässlich
Wer ein Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, kann sich außerdem nie sicher sein, dass das Präparat so viel von den Nährstoffen liefert wie angegeben. Denn während bei Arzneimitteln die auf der Verpackung genannte Wirkstoffmenge höchstens um fünf Prozent von der tatsächlichen Menge abweichen darf, brauchen die Mengenangaben bei Nahrungsergänzungsmitteln nur eine Genauigkeit von 50 Prozent zu haben.
Ein Beispiel zur Verdeutlichung
Enthält ein Nahrungsergänzungsmittel laut Packungsangabe 100 Milligramm eines bestimmten Nährstoffs, können es tatsächlich 50 bis 150 Milligramm sein.
Nahrungsergänzung kann mehr schaden als nutzen
Hinzu kommt, dass Vitamine und Mineralstoffe in einem Nahrungsergänzungsmittel derart hoch dosiert sein dürfen, dass sie die von Fachleuten empfohlene Höchstmenge für die tägliche Zufuhr deutlich überschreiten. Durch ihre regelmäßige Einnahme können sich dann unerwünschte, teils gesundheitsschädliche Wirkungen ergeben.
Auch sonstige Inhaltsstoffe bedeuten, obwohl sie an sich ungefährlich sein sollten, bei übermäßiger Zufuhr womöglich ein Risiko. So können Nahrungsergänzungsmittel in Form von Brausetabletten bis zu ein Gramm Salz pro Stück enthalten, ohne dass dies in der Zutatenliste stehen muss. Für Menschen, die sich (etwa wegen Bluthochdruck) salzarm ernähren möchten, sind solche Präparate daher eher ungeeignet.
Zu beachten ist außerdem, dass Nahrungsergänzungsmittel die Wirkung von Arzneimitteln sowie die Ergebnisse von Blut- und Urinuntersuchungen verändern können.
