Bei Kontrolle von Herz und Hormonen

Dieses Vitamin verfälscht Blutwerte – das raten Experten


Aktualisiert am 21.04.2026 – 11:50 UhrLesedauer: 2 Min.

Nahrungsergänzungsmittel für schöne Haut: Ein B-Vitamin kann verschiedene Hormone im Blut beeinflussen. (Quelle: stefanamer/getty-images-bilder)

Wer Biotin einnimmt, hofft auf positive Effekte für Haut, Haare und Nägel. Bei bestimmten Blutuntersuchungen kann das Nahrungsergänzungsmittel allerdings zum Problem werden.

Biotin, auch bekannt als Vitamin B7 oder Vitamin H, wird in der Regel bei einem Biotinmangel empfohlen. Ein solcher kann zu Symptomen wie Haarausfall, Hautausschlägen, einem schwachen Immunsystem und neurologischen Störungen führen, etwa im Zuge der Multiplen Sklerose. Viele Menschen nehmen das Nahrungsergänzungsmittel in reiner Form oder als Teil eines Vitamin-B-Komplexes aber auch ohne ärztlichen Rat ein, wenn Sie Probleme mit Haut, Haaren und Nägeln verspüren.

Wer Biotin als Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, sollte jedoch einiges beachten, raten Verbraucherschützer. So kann Biotin bestimmte Blutwerte verfälschen. In den zwei bis drei Tagen vor einer Blutuntersuchung sollte man die Einnahme daher pausieren. Dazu rät das Portal „Klartext Nahrungsergänzung“ der Verbraucherzentralen. Ebenfalls wichtig: der Arztpraxis Bescheid sagen, dass man regelmäßig Biotin einnimmt.

Durch die Einnahme von Biotin können Labortests verfälscht werden, was im schlechtesten Fall zu falschen oder verzögerten Diagnosen führen kann.

Dies betrifft insbesondere die Untersuchung von Schilddrüsen- und Sexualhormonen sowie von Herz-Kreislauf-Markern wie Troponin, das Aufschluss darüber geben kann, ob ein Herzinfarkt stattgefunden hat.

Vereinfacht gesagt ist das Problem: Einzelne Labortests machen sich die Wechselwirkung von Biotin und einem bestimmten Protein zunutze, um Erkenntnisse über die Menge bestimmter Moleküle zu gewinnen. Ist eine größere Menge freien Biotins in der Probe, kann das Testergebnis verfälscht werden, so das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Nahrungsergänzungsmittel mit Biotin werden oft als „Schönheitspillen“ vermarktet, sie versprechen ein gesundes Wachstum von Haaren, Haut und Nägeln. Die Verbraucherschützer schreiben allerdings: „Die Studienlage zu Haut- und Haargesundheit ist schwach und die Bedingungen sind teils fragwürdig.“ Die festigende Eigenschaft bei Nägeln bleibe wissenschaftlich unbelegt.

Daher ist es besser, auf eine abwechslungsreiche Ernährung zu setzen, wenn vom Arzt kein Biotinmangel diagnostiziert wurde. Zu den Lebensmitteln, die reich an dem B-Vitamin sind, gehören etwa Sojabohnen, gekochte Eier, Nüsse, Sonnenblumenkerne, Haferflocken und Pilze sowie Milch und Milchprodukte. Auch Innereien wie Leber oder Niere sind reich an Biotin.

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