„Schade, dass Sie mir diese Frage stellen“

Nagelsmann äußert sich zu Homosexualität im Fußball

30.03.2026 – 17:00 UhrLesedauer: 1 Min.

Klare Worte: Bundestrainer Julian Nagelsmann begrüßt das Coming-out von Persönlichkeiten aus dem Sport. (Quelle: IMAGO/Herbertz / Nico Herbertz/imago-images-bilder)

Der Bundestrainer spricht über das Coming-out des Jugendtrainers eines Bundesligisten – und wird deutlich.

Bundestrainer Julian Nagelsmann hat sich mit Nachdruck für einen offeneren Umgang mit Homosexualität im Fußball ausgesprochen. Anlass war das Coming-out von Christian Dobrick, dem U19-Trainer des FC St. Pauli.

Bei RTL und „ntv“ lobte Nagelsmann Dobricks Schritt: „Ich finde es erstmal gut, dass er den Mut zusammengefasst hat, es zu tun. Es ist für ihn eine große Befreiung.“

Der 38-Jährige kritisierte aber auch, dass das Thema im Fußball noch immer nicht selbstverständlich sei. Nagelsmann sagte: „Ich finde es sehr schade, dass wir immer noch darüber diskutieren müssen. Schade, dass Sie mir diese Frage stellen müssen.“

In der Gesellschaft sei das Thema bereits deutlich verankerter. „Im Fußball dauert das leider wahrscheinlich noch ein bisschen. Das finde ich nicht richtig.“ Er habe homosexuelle Freunde, sagte Nagelsmann, und wisse, wie es sich anfühle, lange nicht offen über die eigene Sexualität sprechen zu können. „Das ist eine Qual.“

Dobrick hatte seine Homosexualität kürzlich in Interviews mit dem Magazin „Stern“ und RTL öffentlich gemacht. Dabei übte der 29-Jährige Kritik am männlichen Spitzenfußball: „Im Profifußball gelten Schwule noch immer als Außerirdische.“ In den höchsten drei deutschen Ligen hat sich bislang kein aktiver Profi geoutet. Im Frauenfußball spielt die sexuelle Orientierung einer Spielerin schon lange keine Rolle mehr.

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