USA | Schlappe für Trump: Demokrat Warnock gewinnt Stichwahl

In Georgia hat nach US-Medienberichten der demokratische Kandidat Raphael Warnock die Stichwahl um den Senatssitz gewonnen. Er setzte sich knapp gegen Republikaner Herschel Walker durch.

Im US-Bundesstaat Georgia hat der demokratische Senator Raphael Warnock die Stichwahl gegen seinen republikanischen Herausforderer Herschel Walker für sich entschieden. Das meldeten die Fernsehsender CNN, NBC und andere US-Medien am Dienstagabend (Ortszeit) auf Grundlage von Stimmauszählungen und Prognosen. Die Demokraten von Präsident Joe Biden bauen damit ihre hauchdünne Mehrheit im US-Senat aus. Knapp einen Monat nach den Kongresswahlen in den USA wurde in Georgia der letzte offene Sitz im Senat vergeben.

In Georgia standen sich zwei Kandidaten für den US-Senat in einer Stichwahl gegenüber, nachdem bei den Zwischenwahlen im November keiner eine notwendige Mehrheit erreicht hatte. Der amtierende demokratische Senator von Georgia, Raphael Warnock, traf auf den Republikaner Herschel Walker. Warnock erhielt bei den Zwischenwahlen 49,4 Prozent der Stimmen an, Walker erreichte 48,5 Prozent, der Rest fiel auf den dritten Kandidaten Chase Oliver.

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Biden kann Mehrheit ausbauen

Für die Demokraten und Präsident Joe Biden ist die Wahl von hoher Bedeutung: Derzeit haben sie nur eine hauchdünne Mehrheit, weil der Senat gespalten ist und allein die Stimme von Vizepräsidentin Kamala Harris den Ausschlag gibt. Da der 53-jährige Warnock im Amt bleibt, hat Biden eine etwas komfortablere Kontrolle über eine der beiden Kammern im US-Kongress. Auch bei der Besetzung von Ausschüssen haben es die Demokraten jetzt leichter.

Die erste Hälfte von Bidens Amtszeit hat gezeigt, wie wichtig ein 51. Sitz im Senat für die Demokraten sein kann. Insbesondere zwei Senatoren aus den eigenen Reihen machten Biden das Leben schwer und blockierten mehrere seiner politischen Vorhaben. Vor allem der Demokrat Joe Manchin stellte sich immer wieder quer und brüskierte so die eigene Partei und den Präsidenten. Mit dem 51. Sitz sind die Demokraten zumindest von Manchin alleine nicht mehr auszubremsen.

Schlappe für Trump

Für den ehemaligen Präsidenten Donald Trump stand ebenso viel auf dem Spiel. Er hat Herschel Walker unterstützt, auch wenn er sich in den vergangenen zwei Wochen in Georgia nicht hat blicken lassen. Bei den Republikanern ist Walker nicht unumstritten. Er fiel durch Äußerungen auf, die bei einigen Parteikollegen für Stirnrunzeln sorgten. So bezeichnete sich der ehemalige American-Football-Spieler als “220 Pfund Stahl und Sex-Appeal”, pries angebliche Erfolge von Trump für die schwarze Bevölkerung an und fand, dass Vampire “coole Leute sind”.

Der 60-Jährige geriet aber durch Anschuldigungen zweier Frauen unter Druck, die Walker vorwarfen, er habe sie nach Affären mit ihm zu Abtreibungen gedrängt. Pikant ist das auch deshalb, weil Walker als strikter Abtreibungsgegner antrat. Er weist die Vorwürfe zurück.

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