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Mittwoch, Mai 25, 2022

Russische Invasion – Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

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Keine Engpässe durch eingeschränkte Gaslieferungen

Das Bundeswirtschaftsministerium versicherte, dass wegen der eingeschränkten Gaslieferungen derzeit keine Engpässe drohen. “Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist aktuell weiter gewährleistet”, sagte eine Sprecherin. Der Großteil des russischen Gases erreicht Deutschland ohnehin über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1. Derzeit seien die deutschen Gasspeicher zu 38,6 Prozent gefüllt, sagte die Sprecherin. “Was jetzt morgen passiert oder in einer Woche – das ist ja noch unklar.”

Betroffen von der Drosselung ist die Pipeline Sojus. Für die Station Sochraniwka in Luhansk wurde keine Aufträge mehr angenommen. Der Betreiber OGTSU berief sich auf “höhere Gewalt”. Die Ukrainer deuteten an, dass Russen den Betrieb gestört hätten. Gazprom hielt dagegen, man habe “keinerlei Bestätigungen über Umstände höherer Gewalt” erhalten. Der Konzern betonte erneut, alle seine Verpflichtungen gegenüber europäischen Kunden zu erfüllen. Die Ukraine bekommt für die Durchleitung des Gases hohe Gebühren.

Weiter schwere Kämpfe im Süden und Osten der Ukraine

Im Süden und Osten der Ukraine gibt es weiterhin schwere Kämpfe. Das russische Militär drang gemeinsam mit prorussischen Separatisten bis an die Verwaltungsgrenzen des Gebiets Luhansk vor. In der Nacht zum Mittwoch zerstörten die russischen Truppen nach eigenen Angaben 17 Munitionsdepots und 13 Gefechtsstände. Mindestens 280 ukrainische Soldaten seien getötet worden. Nach ukrainischen Angaben waren erneut auch Wohnhäuser Ziel von russischen Angriffen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Russisches Militär fordert Evakuierung

Offenbar zur Erleichterung eigener Angriffe hat die russische Militärführung internationale Organisationen derweil zur Evakuierung ostukrainischer Orte aufgerufen.

“Mit Blick auf die drohende katastrophale humanitäre Lage der meisten Zivilisten in Kramatorsk und Slowjansk rufen wir die Weltgemeinschaft, die UN, die OSZE und das Internationale Komitee des Roten Kreuzes auf, unverzüglich alle Maßnahmen zur schnellen und sicheren Evakuierung der Zivilisten aus diesen Städten unter der Kontrolle der ukrainischen Streitkräfte einzuleiten”, wurde der Generaloberst Michail Misinzew vom russischen Verteidigungsministerium von der Agentur Interfax zitiert.

Nach Misinzews Worten haben sich die ukrainischen Truppen in diesen Orten verschanzt und missbrauchten die eigene Zivilbevölkerung als lebenden Schutzschild. In Slowjansk und Kramatorsk hielten sich demnach rund 90.000 Zivilisten auf. Kramatorsk und Slowjansk gelten als Eckpfeiler der ukrainischen Abwehrlinien in der Ostukraine.

Russische Regionen in Grenznähe berichten von neuen Angriffen

Die russischen Regionen Belgorod und Kursk nahe der ukrainischen Grenze haben von neuen Angriffen aus dem Nachbarland berichtet. Der Gouverneur des Gebiets Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, teilte im Nachrichtenkanal Telegram mit, dass beim Beschuss des Dorfes Solochi ein Mensch getötet und sechs weitere Einwohner, darunter ein 14-Jähriger, verletzt worden seien. Davor hatte Gladkow von drei Verletzten und von Zerstörungen in dem Ort gesprochen. Ein Mensch sei im Krankenwagen gestorben, sagte Gladkow. Es sei die bisher schwerste Lage seit Beginn des Beschusses. Die Angaben waren nicht von unabhängiger Seite überprüfbar.

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