Putins verkündet Annexionen und hält Hassrede: Getroffene Hunde bellen laut

Viele blasse Gesichter, höflicher Applaus: Das Publikum, während der Verkündung der Annexionen im Kreml. (Quelle: Mikhail Metzel/dpa)

Putin hat mit dem russischen Angriffskrieg nicht nur die internationale Integrität von Russland zerstört, er hat auch den Menschen in seinem Land massiv und nachhaltig geschadet. Das merken die Russinnen und Russen – nicht zuletzt, weil Hunderttausende mittlerweile geflohen sind. Sie wollen nicht in einem Krieg sterben, den sie nicht verstehen. Denn in dem Krieg geht es um Putins imperialistisches Erbe, um “Großrussland”, wie Putin es wiederholt am Freitag nennt. Das Geschichtsverständnis des russischen Präsidenten ist ein Relikt vergangener Jahrhunderte.

Man würde fast darüber lachen, wenn Putins wirre imperialistische Fantasien nicht dazu führen würden, dass so viele Menschen sterben. Dass Russland in einem Krieg kämpft, kann der Kreml immer schwerer verbergen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Zinksärge mit den in der Ukraine getöteten Reservisten zurück nach Russland kommen. Der Reservisten, die Putin nach seiner Teilmobilmachung als Kanonenfutter an die Front geschickt hat – kaum ausgebildet und ausgerüstet. Klar ist: Kein Präsident, der sein Land liebt, wie Putin es immer von sich erzählt, würde so etwas tun. Das ist kein Patriotismus, das ist Mord.

Putin hat alle Brücken abgebrannt

Putin weiß natürlich, dass der Krieg nun spätestens viele durchschnittliche russische Familien erreichen wird. Deswegen schwört er sein Land auf einen großen Kampf gegen den imperialistischen Westen ein, der seinen Worten nach Russland “ausrotten” wolle. Der Präsident, der aktuell ein kleines Nachbarland überfällt, kritisiert die Hegemonie des Westens. Er ächzt gegen die westliche Gender-Politik und zeichnet ein Bild von einem großen russischen Reich, das nur in seinem Kopf existiert. Die Menschen in der Ukraine, Belarus und anderen post-sowjetischen Staaten wollen das nicht. Sie haben Angst vor Putin, nicht vor dem Westen.

Das will Putin nicht wahrhaben. Er hat sich mit dem Krieg in eine Misere geritten, deren Verantwortung er jetzt auf den Westen und insbesondere die USA abwälzen möchte. Der Verweis auf den Kolonialismus ist dabei kein Zufall: Natürlich hat der Westen in der Kolonialzeit Verbrechen begangen und die Narben sind weltweit in vielen Ländern noch sichtbar. Aber Putin will diese Verletzungen nutzen, um seinen Krieg zu legitimieren und Staaten wie Indien auf seine Seite zu ziehen. Dieser schamlose Versuch, das Töten zu rechtfertigen, darf nicht gelingen.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein