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Samstag, Oktober 1, 2022

Putin ruft zu den Waffen: Russland reagiert emotional

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Ein 32-jähriger Mann aus Moskau postet ein Video von sich, in dem er einen gestempelten Zettel in die Kamera hält. Demzufolge soll sich Wiktor Bugreew an diesem 22. September 2022 um 15 Uhr bei der Militärverwaltung einfinden und zum Dienst melden, andernfalls drohe ihm Strafverfolgung. Der IT-Experte meint: “Ich habe nie Militärdienst geleistet, ich habe keine militärische Spezialisierung.”

Eigentlich sollte laut offizieller Erklärung der russischen Regierung bei der Teilmobilisierung lediglich Menschen mit militärischer Erfahrung eingezogen werden. Anderen Berichten zufolge sollen Menschen, die bei Demonstrationen teilgenommen haben, verhaftet und direkt in den Militärdienst eingezogen worden sein.

Freude über Teilmobilisierung?

Insgesamt lässt sich aus dem Westen heraus allerdings nur schwer ein genaues Bild von der Lage nach Bekanntgabe der Teilmobilisierung zeichnen. Neben den Protestbildern finden sich auch einige Videos in den Sozialen Netzwerken, in denen junge Männer ihre Eiberufung offenbar begrüßen. Einige feiern diese sogar mit Alkohol.

Laut Angaben der russischen Armee hätten sich rund 10.000 Menschen in Russland innerhalb von 24 Stunden gemeldet, um beim Militäreinsatz in der Ukraine zu dienen. Sie seien freiwillig und ohne auf Vorladungen zu warten in die Rekrutierungsbüros gekommen, sagte ein Militärsprecher der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Die Armee habe ein Callcenter eingerichtet, um Fragen zur Mobilisierung zu beantworten.

Emotionale Szene spielen sich in Dagestan ab

Derweil teilt am Donnerstag ein Publizist aus dem Nordkaukasus auf Twitter ein Video, wonach angeblich eine für die Rekrutierung zuständige Frau in der Kaukasusrepublik Dagestan versucht, Männer davon zu überzeugen, in den Krieg zu ziehen und ihre Kinder in den Militärdienst zu schicken.

Die Männer entgegnen, sie wüssten nicht, weshalb sie das tun sollten. “Sie sagen ständig, dass wir für unsere Zukunft kämpfen müssen, aber von was für einer Zukunft reden Sie, wenn wir nicht einmal unsere Gegenwart haben?” Es wird sehr emotional. Ebenfalls in Dagestan protestierten offenbar Menschen gegen die Teilmobilisierung und blockierten eine Straße.

Ein Mitarbeiter der US-amerikanischen Helsinki-Commission, Bakhti Nishanov, twittert, derzeit würden verstärkt Menschen aus Jakutien, Sacha, Burjatien, Dagestan und Tschetschenien mobilisiert. Er wirft die Frage auf, ob bewusst systematisch ethnische Minderheiten Russlands im Krieg eingesetzt werden sollten. Ähnlich äußert sich Sam Greene, Direktor des Washingtoner Think-Tanks CEPA, auf Twitter.

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