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Montag, August 15, 2022

Nawalny muss stundenlang unter Putin-Porträt sitzen

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Prekäre Haftbedingungen: Auf Facebook hat Kreml-Kritiker Nawalny Einblicke in seinen Strafkolonie-Alltag gewährt. Unterstützer sprechen von “Folter”.

Der inhaftierte Kreml-Kritiker Alexej Nawalny muss nach eigenen Angaben in seinem neuen Gefängnis stundenlang unter einem Porträt des russischen Präsidenten Wladimir Putin sitzen. Er werde gezwungen, an fünf Tagen pro Woche jeweils sieben Stunden täglich zu nähen und anschließend unter dem Porträt auf einer Holzbank zu sitzen, schrieb Nawalny im Onlinedienst Facebook. Unterstützer des Inhaftierten bezeichneten seinen neuen Alltag als “Folter”.

Sogar am Sonntag, seinem freien Tag, müsse er zusammen mit anderen Gefangenen zehn Stunden lang auf einer Holzbank sitzen, schrieb Nawalny weiter. “Das nennt sich Erziehungsmaßnahme.”

“Ich lebe wie Putin und Medwedew”

Nawalny war im Juni von einer Strafkolonie in Pokrow in eine Strafkolonie in der Stadt Wladimir östlich von Moskau verlegt worden – seinen Verbündeten zufolge “eines der furchterregendsten Gefängnisse Russlands”. Der Kreml-Kritiker selbst hatte seine neue Haftanstalt als “Gefängnis im Gefängnis” bezeichnet und erklärt, von verurteilten Mördern umgeben zu sein.

Um Nawalnys Gefängnisbaracke führe demnach ein sechs Meter hoher Zaun. So etwas habe er bisher nur bei den Luxus-Anwesen von Russlands Mächtigen gesehen, schreibt der Kreml-Kritiker auf Facebook und verweist auf Recherchen seines Teams. “Ich lebe wie Putin und Medwedew.”

Nawalny ist der prominenteste Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin und wurde durch die Enthüllung von Korruptionsfällen in Russland bekannt. Er war im Januar 2021 bei seiner Rückkehr aus Deutschland auf dem Flughafen von Moskau festgenommen worden. Zuvor war er in Berlin wegen einer in Russland erlittenen Vergiftung mit einem Nervengift der Nowitschok-Gruppe behandelt worden, für die er Putin verantwortlich macht.

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