Lauterbach: “Risiko ist jetzt höher als es je war”

Die Inzidenz in Deutschland steigt immer weiter, gleichzeitig werden die meisten Corona-Regeln abgeschafft. Verfolgen Sie die Pressekonferenz von Gesundheitsminister Lauterbach und RKI-Chef Wieler live.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland erreicht immer neue Höchststände, am Freitag lag sie bei 1.756,4. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab am Donnerstag bekannt, dass es innerhalb einer Woche mehr als 1,5 Millionen neue Corona-Fälle gegeben hat – mehr als je zuvor in der Pandemie. Treiber der aktuellen Entwicklung ist der Omikron-Subtyp BA.2.

Gleichzeitig wird spätestens in der kommenden Woche, nach Ablauf einer Übergangsfrist, durch die Novellierung des Infektionsschutzgesetzes der Großteil der Schutzmaßnahmen abgeschafft. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat dafür viel Kritik einstecken müssen. 

Nun äußern sich Lauterbach und RKI-Chef Lothar Wieler erneut zur Corona-Lage in Deutschland. Verfolgen Sie die Pressekonferenz oben im Livestream oder im t-online-Liveticker. 

10.51 Uhr: Nicht alle Apotheken können den digitalen Genesenenausweis ausstellen. Grund seien mangelnde digitale Systeme, so eine Journalistin. Der Rechtsanspruch sei aber da, antwortet Lauterbach auf Nachfrage. Er werde sich dahingehend informieren und das prüfen.

10.50 Uhr: Die Annahme, wenn es bei Omikron bleibe, würde man gut durch den kommenden Herbst gehen können, sei falsch, so Lauterbach. Andere Länder müssten sich darum nicht sorgen, da sie eine höhere Impfquote hätten.

10.48 Uhr: Die Formeln, die dahinterstehen, seien hochkomplex, so Lauterbach. Man wisse aber eines ganz genau: “Die Impfquote, wie wir sie jetzt haben, ist zu wenig, um durch den kommenden Herbst zu kommen.” Dann müsse man erneut zu Maßnahmen greifen.

10.46 Uhr: “Je höher die Quote, desto besser geht es uns”, antwortet Lauterbach auf die Nachfrage, wie oft man bei einer Impfpflicht geimpft sein müsse. Genau könne er das nicht sagen, da sowohl die Impfquote als auch der R-Wert und die Wirksamkeit der Impfung gegen die entsprechenden Varianten eine Rolle spielen.

10.45 Uhr: Wieler räumt ein, dass Quarantäne- oder Isolationsregelungen langfristig sicher nicht durchsetzbar seien. Dies werde auf der Website des RKI stetig angepasst.

10.40 Uhr: Auf die Frage, wie viele Impfungen eine Impfpflicht umfassen müsse, damit die Pandemie enden kann, antwortet Lauterbach, es müssten mindestens drei sein. “Kommt die allgemeine Impfpflicht, haben wir den nötigen Impfstoff”, sichert Lauterbach außerdem zu. Eine kleine Gruppe werde dann sicher noch immer ungeimpft, die Pandemie aber gebrochen sein. 

10.37 Uhr: Lauterbach widerspricht erneut der Annahme, dass die Omikron-Variante weniger schlimm sei. Viele in den Kliniken benötigten zusätzlichen Sauerstoff. “Das ist keine Kleinigkeit”, so der SPD-Politiker. Man müsse es noch mehr in den Vordergrund stellen, dass eine Infektion mit Omikron sehr wohl schlimm verlaufen könne. 

10.35 Uhr: Lauterbach plädiert erneut für eine allgemeine Impfpflicht. “Ich bin zuversichtlich, dass wir eine allgemeine Impfpflicht hinbekommen”, so der SPD-Politiker. Im Parlament gebe es dazu viel Zustimmung. Auch die Gespräche darüber liefen weiterhin.

10.32 Uhr: Auf die Frage, wie sie sich erkläre, dass noch so wenige eine Auffrischungsimpfung hätten, erklärt Johna, man erreiche nicht alle. Etwa Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch sei. Gleichzeitig gebe es auch viele Fehlinformationen. So hielten viele Omikron noch immer für weniger gefährlich. 

10.31 Uhr: “Es wäre jetzt an allen Menschen, sich zu schützen”, so Johna. Die Angst unter dem medizinischen Personal sei groß, im Herbst ein “Déjà-vu” zu erleben.

10.30 Uhr: Hinter den Zahlen, stünden auch sekundäre Betroffene, so Johna. So müssten aufgrund Personalmangels immer wieder Eingriffe verschoben werden.

10.30 Uhr: Dr. Susanne Johna, Vorsitzende des Marburger Bundes, übernimmt das Wort.

10.27 Uhr: Besonders gefährdete Menschen solle man schützen. Dazu gehöre auch, Maske zu tragen. “Das ist gelebte Solidarität”, so Wieler. “Wir können diese Pandemie nur gemeinsam bewältigen”, mahnt der RKI-Chef.

10.26 Uhr: Er ruft alle dazu auf, sich vor Treffen testen zu lassen und sich nicht mit Älteren, Menschen mit Risikofaktoren oder schwer Kranken zu treffen. 

10.24 Uhr: Daher verstehe er nicht, weshalb es noch immer Ungeimpfte gebe, so Wieler. “Es wird nicht die letzte Corona-Welle sein”, warnt er. Er ruft alle Menschen mit Risikoerkrankungen zu einer Auffrischungsimpfung auf. 

10.22 Uhr: Viele hätten keine Angst mehr, an Omikron zu erkranken, so Wieler. Das allerdings sei nicht richtig. Gerade unter den 60- bis 70-Jährigen sei das Risiko hoch. “Eine Impfung schützt in den meisten Fällen vor einer schweren Infektion.”

10.20 Uhr: Lothar Wieler übernimmt das Wort. 

10.19 Uhr: Die einrichtungsbezogene Impfpflicht, so Lauterbach, funktioniere. “Ich möchte mich ausdrücklich bedanken bei den Pflegekräften, die sich impfen lassen haben”, so der Bundesgesundheitsminister. Ein Personalmangel in den Einrichtungen sei aufgrund der einrichtungsbezogenen Impfpflicht nicht eingetreten.

10.18 Uhr: Lauterbach empfiehlt jedem von der Altersgruppe 60 bis 70, die Risikoerkrankungen haben, sich impfen zu lassen. “Die vierte Impfung macht schon eine Woche später einen großen Unterschied”, so Lauterbach. Sie könne helfen, durch die derzeitige schwere Welle zu kommen. 

10.15 Uhr: “Wir müssen offensiver mit der vierten Impfung umgehen”, so Lauterbach. Es seien noch zu wenige mit der vierten Impfung geimpft, die dafür vorgesehen seien. 

10.15 Uhr: Der Ungeimpfte müsse sich vor Augen führen, dass das Risiko sich zu infizieren höher ist, als es je war. “Tun Sie sich selbst und uns allen einen Gefallen”. 

10.13 Uhr: Lauterbach appelliert an die Ungeimpften. “Alle Ungeimpften müssen sich jetzt impfen lassen”, so Lauterbach. Wenigstens einmal solle man sich impfen lassen, um eine schwere Infektion zu vermeiden. “Nichts ist unnötiger, als eine schwere Infektion, bevor das bessere Wetter die Infektionen zurückdrängt”, so Lauterbach.

10.12 Uhr: Von den Hotspots gehe auch ein Signal für das ganze Bundesland aus. In einigen Regionen müsste nachgeschärft werden. “Wir können es so nicht laufen lassen”, wiederholt Lauterbach. 300 Tote am Tag seien nicht hinnehmbar. 

10.07 Uhr: Lauterbach nennt Kriterien, die für die Hotspotregelung relevant sind: Wenn Krankenhäuser keine Notfallversorgung mehr stellen können, weil zu viel Personal erkrankt ist oder zu viele Corona-Patienten versorgt werden müssen, wenn planbare Eingriffe abgesagt werden oder Patienten in andere Krankenhäuser verwiesen werden müssen.

10.06 Uhr: Lauterbach fordert die Länder dazu auf, die Hotspot-Regelung zu nutzen. Eine bundeseinheitliche Regel sei nicht mehr möglich gewesen.

10.05 Uhr: “Die Haltung ‘Wir warten ab, bis das Wetter besser wird’ können wir nicht beibehalten”, so Lauterbach. Bis zum Sommer dauere es noch. “Wir können es so nicht laufen lassen.”

10.03 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eröffnet die Pressekonferenz. “Die Lage sieht nicht gut aus”, so Lauterbach. Von einem Freedom Day könne keine Rede sein.

10.03 Uhr: Die Pressekonferenz hat begonnen.

9.55 Uhr: Die Pressekonferenz soll in Kürze beginnen.

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