Kostenexplosion bei Strompreisen: Wer kann sich die Deutsche Bahn noch leisten?

Peter Westenberger, Geschäftsführer vom Lobbyverband “Die Güterbahn”, sagt dazu: “Das Verkehrsministerium lässt die Güterbahnen im Regen stehen.” Er fügt hinzu: “In dieser Situation den Bahnen die Aufnahme von Krediten zu empfehlen, tut nur noch weh. Wir fordern eine wirksame Strompreisregulierung.”

Die gesamte Branche stehe unter Druck, wie mehrere Insider t-online berichten. Mancher schaut schon mit großer Sorge auf die nächsten Monate, immer weiter explodierende Preise könnten sich die Unternehmen beim Transport schlicht nicht leisten.

Nun hat sich auf Antrag der Unionsfraktion im Verkehrsausschuss auch das Verkehrsministerium zu den Verteuerungen geäußert. In dem internen Papier, das t-online vorliegt, schreibt Michael Theurer, Staatssekretär von Verkehrsminister Volker Wissing und Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr: “Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr weiß um die enorme Belastung des Sektors aufgrund der deutlichen Preissteigerungen im Energiesektor und wird die Bahnstrompreisentwicklung weiter beobachten. Es wurde von Eisenbahnverkehrsunternehmen und Verbänden auch entsprechend angeschrieben.”

Weiter heißt es vom Ministerium: “Inwieweit eine energiekostenbedingte Verlagerung des Schienengüterverkehrs auf die Straße droht, lässt sich derzeit noch nicht beurteilen, da die Energiekosten für den Straßenverkehr ebenfalls gestiegen sind.” Der gesamte “Verkehrsträger Schiene” werde aus den Mitteln vom dritten Entlastungspaket profitieren, so der letzte Satz des internen Papiers.

Noch sind Branchenkenner skeptisch, ob das reichen wird. Intern heißt es jedoch bei Verkehrspolitikern der Ampelkoalition: Bevor es wirklich zu dramatischen Belastungen im Güterverkehr komme, wolle man mit den Unternehmen nochmal sprechen.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein