Kommunen melden massive Probleme beim Zensus 2022

Durch diese massiven Beeinträchtigungen werde “ein zeitlich geordneter Ablauf und Abschluss des Zensus 2022 in Frage gestellt”, befürchten die kommunalen Spitzenverbände. Sie äußern in dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, zudem die Sorge, “dass auch das Ergebnis des Zensus hierdurch beeinträchtigt und verzerrt wird”.

Rund 100.000 Interviewer befragen Bevölkerung

Der Zensus 2022 ist keine klassische Volkszählung, wie es sie in der Bundesrepublik 1987 zum letzten Mal gab. Vielmehr werden – wie bereits beim Zensus 2011 – Daten, die in der Verwaltung ohnehin vorliegen, etwa beim Einwohnermeldeamt, durch die Erhebung aktueller Informationen ergänzt.

Rund 100.000 Interviewer befragen dafür zufällig ausgewählte Menschen an ihrem Wohnort. Eine zweite Befragung betrifft das Thema Wohnen und läuft komplett schriftlich ab. Für die Bürgerinnen und Bürger besteht Auskunftspflicht. Die Veröffentlichung aller daraus generierten Statistiken für Bund und Länder ist für November 2023 geplant.

Daten sollen unter anderem bei Kita-Planung helfen

Für die Kommunen sind die Daten unter anderem deshalb relevant, weil etwa die Einwohnerzahlen bei der Verteilung der Mittel des kommunalen Finanzausgleichs eine Rolle spielen. Die neu gewonnenen Informationen sollen auch bei der Planung helfen, zum Beispiel wenn es darum geht, ob in einer Region womöglich zusätzliche Kitas gebaut werden müssen.

“Bei einzelnen Funktionalitäten in der Software zur Erhebungsunterstützung kam beziehungsweise kommt es punktuell zu Einschränkungen”, räumte die Sprecherin des Bundesinnenministeriums ein. Diese Einschränkungen seien aber entweder bereits gelöst oder würden in den nächsten Wochen “durch neue Software-Veröffentlichungen behoben”. Bis dahin würden bestehende Einschränkungen durch “technische Umgehungen” ausgeglichen. Den Zeitplan für den Zensus sehe das Innenministerium nicht gefährdet.

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