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Mittwoch, Mai 25, 2022

Jerusalem: UN schockiert von Gewalt bei Beerdigung von Journalistin

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Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, sprach von “verstörenden Bildern”. Sie sagte: “Wir bedauern das Eindringen in eine Prozession, die eigentlich friedlich hätte verlaufen sollen.” Psaki wich der Frage aus, ob sie die israelischen Sicherheitskräfte dafür verurteile. Sie betonte, die USA seien bereit, Untersuchungen des Vorfalls zu unterstützen. Seit der Tötung der Journalistin am Mittwoch ist die Lage angespannt.

Nach Darstellung der israelischen Armee hatte es am Mittwoch ein heftiges Feuergefecht mit Dutzenden militanten Palästinensern während einer Razzia gegeben. Am Freitag veröffentlichten die Streitkräfte Zwischenergebnisse ihrer Untersuchung, wonach es derzeit nicht möglich sei, “eindeutig” zu sagen, von wo der tödliche Schuss kam. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas macht dagegen Israel verantwortlich und sprach von einem “Verbrechen der Hinrichtung”. Eine von Israel vorgeschlagene gemeinsame Untersuchung hatten die Palästinenser abgelehnt.

Von israelischen Truppen getötet?

Nun erklärte die palästinensische Generalstaatsanwaltschaft am Freitag, allein israelische Truppen hätten in dem Moment geschossen, in dem die Journalistin getroffen worden sei. Das hätten unter anderem Untersuchungen am Tatort, die Befragung von Zeugen und die Auswertung von Videos ergeben, zitierte die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa die Ermittler. Die israelischen Truppen seien nur etwa 150 Meter von Abu Akle entfernt gewesen.

Die UN teilten am Freitag weiter mit, dass sie mehr Informationen zu den Zusammenstößen bei der Beerdigungsprozession sammelten: “Natürlich wollen wir wie in allen Fällen sicherstellen, dass die Grundrechte auf Versammlungsfreiheit und natürlich das Recht auf friedliche Demonstrationsfreiheit geschützt und gewahrt werden”, sagte Haq. Auch die US-amerikanische UN-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield zeigte sich “zutiefst erschüttert von den Bildern”, wie sie auf Twitter schrieb. “Die Tragödie ihres Mordes sollte mit größtem Respekt, Nüchternheit und Sorgfalt behandelt werden.” Wie auch die UN hatten die USA eine Untersuchung zu der Tötung gefordert.

Palästinensischen Angaben zufolge hatten israelische Sicherheitskräfte während der Prozession Blendgranaten eingesetzt. Berittene und unberittene Polizisten hätten die Trauergäste angegriffen.

Unterdessen wurde ein israelischer Grenzpolizist nach israelischen Angaben bei Konfrontationen mit bewaffneten Palästinensern im Westjordanland tödlich verletzt. Bei einem Anti-Terror-Einsatz nahe Dschenin hätten bewaffnete Angreifer die Sicherheitskräfte beschossen sowie Sprengsätze geworfen, teilten Polizei und Armee mit. Die Soldaten hätten zurückgeschossen. Der 47-jährige Offizier sei beim Verlassen des Ortes Burkin verletzt und noch ins Krankenhaus gebracht worden.

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