Explosion und Schüsse in der nähe des türkischen Parlaments in Ankara

Anschlag in Ankara – Polizei will zweite Explosion verhindert haben


Aktualisiert am 01.10.2023 – 13:54 UhrLesedauer: 2 Min.

Ausnahmezustand in Ankara: Aufnahmen zeigen den Vorfall am Sonntagmorgen. (Quelle: t-online)
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In der Nähe des türkischen Parlaments hat es einen Bombenanschlag gegeben. Eine Person hat sich offenbar in die Luft gesprengt.

Nahe dem türkischen Parlament in Ankara hat es am Sonntagmorgen einen Anschlag gegeben. Innenminister Ali Yerlikaya schrieb auf der Plattform X von einem Bombenanschlag am Ministerium. Daran seien gegen 9.30 Uhr Ortszeit (8.30 Uhr MESZ) zwei “Terroristen” beteiligt gewesen. Einer habe sich in die Luft gesprengt, der andere sei “neutralisiert” worden.

Die mutmaßlichen Attentäter hatten sich Angaben des Innenministeriums zufolge in einem Lieferwagen der Eingangstür der Sicherheitsdirektion des Ministeriums genähert und dort einen Sprengstoffanschlag verübt.

Bei einem Schusswechsel im Anschluss an die Explosion seien zwei Polizisten leicht verletzt worden. Sie befänden sich in medizinischer Behandlung, beide seien nicht in Lebensgefahr, berichtete Innenminister Yerlikaya am Sonntagmorgen auf der Plattform X, vormals Twitter. Regierungsangaben zufolge verhinderte die türkische Polizei am Sonntag eine zweite Explosion.

Schüsse in Video zu hören

Der Kanal “Osint Defender” veröffentlichte auf X ein Video, auf dem mutmaßlich Schüsse zu hören sind. Eine große Zahl von Militär- und Polizeikräften war im Einsatz.

Bombenentschärfungsteams der türkischen Polizei führten noch am Sonntagmittag kontrollierte Sprengungen durch. Es gebe keinen Grund zur Panik, entwarnte die Polizei die Bevölkerung der türkischen Hauptstadt am Sonntag auf X. Es habe Vorfälle mit “verdächtigen Paketen” gegeben, hieß es. Der Sender NTV berichtete, dass auch der zweite Angreifer am Körper Sprengstoff getragen habe. Dieser sei kontrolliert gesprengt worden.

“Unser Kampf wird weitergehen, bis der letzte Terrorist neutralisiert ist”, sagte Minister Yerlikaya weiter. Die Generalstaatsanwaltschaft bezeichnete den Anschlag ebenfalls als “terroristisch”. Die Behörden nannten keine bestimmte militante Gruppe, die dahinterstecken könnte.

Einsatzkräfte sperrten das Zentrum weiträumig ab. Auf Bildern der Nachrichtenagentur Reuters sind Soldaten, Krankenwagen, Feuerwehrfahrzeuge und ein gepanzertes Fahrzeug im Stadtzentrum zu sehen. Dort hat die Polizei mehrere Straßen blockiert.

Inzwischen hat die türkische Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. Zudem sei eine Nachrichtensperre zu dem Thema verhängt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntag.

Parlament durchsucht

Laut dem Sender NTV ereignete sich die Explosion ebenfalls nur wenige Hundert Meter entfernt von einem Eingang zum Parlament. Der Sender berichtete, Sicherheitskräfte hätten deshalb auch das Parlament selbst nach Sprengstoff durchsucht.

Am heutigen Sonntag (um 13 Uhr deutscher Zeit) kommt das türkische Parlament nach einer zweieinhalb monatigen Sommerpause zusammen. Die Entscheidung des Parlaments über den Nato-Beitritt Schwedens steht noch aus und war als Tagesordnungspunkt im Gespräch gewesen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sollte laut Plan ebenfalls an der Eröffnungssitzung teilnehmen.

Fast ein Jahr nach Anschlag mit sechs Toten

Die Explosion ereignete sich fast ein Jahr nach dem Anschlag in einer belebten Fußgängerzone im Zentrum Istanbuls am 13. November 2022, bei der 6 Menschen getötet und 81 verletzt worden waren. Die Türkei machte kurdische Aktivisten verantwortlich.

Videotranskript lesenSymbolbild zum Ein- und Ausklappen

Großalarm in der türkischen Hauptstadt Ankara am Sonntagmorgen.
Nahe dem Parlamentsgebäude hat es dort offenbar eine Explosion und Schüsse gegeben, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Außerdem zeigen mehrere Videos, die im Netz geteilt wurden, den Vorfall.
Diese Aufnahmen etwa teilte ein Nutzer auf der Plattform X, ehemals Twitter. Er schreibt dazu, er habe Schutz vor den Explosionen gesucht und wolle das Land sofort verlassen.

Ein Foto zeigt einen Raketenwerfer nahe dem Parlament.
Nach zweieinhalb Monaten Sommerpause kommt das türkische Parlament heute erstmals wieder zusammen. In der Sitzung könnte auch der von Schweden beantragte Nato-Beitritt eine Rolle spielen.
Nach den Explosionen spricht das türkische Innenministerium von einem “Terroranschlag” – verübt von zwei Männern. Einer von ihnen habe sich in die Luft gesprengt und sei tot, sagte der Innenminister. Bei dem Angriff wurden zwei Polizisten leicht verletzt. Das Motiv der Terroristen ist bisher nicht bekannt.

Ankara ist in den vergangenen Jahren von Anschlägen verschont geblieben. Den letzten Angriff gab es 2015, als bei Bombenexplosionen am Hauptbahnhof mehr als 100 Menschen ums Leben kamen. Dafür soll der “Islamische Staat” (IS) die Verantwortung tragen.

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