Corona-Pandemie: Staat wirft 3,9 Millionen Impfdosen weg

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Keine Dose wurde gespendet

Insgesamt hatte die Bundesregierung in dem genannten Zeitraum rund 134,3 Millionen Impfdosen bestellt. Es sei keine Dose gespendet worden. Die internationale Impfstoffallianz Gavi hatte erklärt, derzeit keine Spenden mehr anzunehmen, da es keinen Bedarf gebe.

Der CSU-Politiker Pilsinger sagte dem RND, besonders in Zeiten knapper Kassen und von Inflation dürfe der Staat das Steuergeld der Bürger nicht sinnlos zum Fenster hinauswerfen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sitze auf einem “wachsenden Berg von Impfstoff, der zu verfallen droht”.

Kritik aus Koalition und Opposition

Auch aus anderen Parteien gab es Kritik. Das Bundesgesundheitsministerium müsse die Impfstoffe künftig “stärker an der tatsächlichen Nachfrage orientiert einkaufen”, sagte die Grünen-Gesundheitspolitikerin Paula Piechotta der Nachrichtenagentur AFP. Angesichts der Vielzahl der Krisen müsse der Bund “wieder umsichtiger mit dem Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler umgehen”, mahnte die Bundestagsabgeordnete.

Piechotta wies darauf hin, dass derzeit “kaum ein Land mehr gespendeten Impfstoff abnimmt”, weswegen es “keine sinnvolle Verwendung mehr für Überschüsse” gebe. Die Grünen-Politikerin verwies zudem darauf, dass der Haushaltsausschuss des Bundestags Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bereits verpflichtet habe, zur besseren Abschätzung der Kaufmengen ein Prognose-Tool einzusetzen.

Linke spricht von “weiterem Tiefpunkt”

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion, Kathrin Vogler, bezeichnete die abermalige Vernichtung von Millionen Impfstoffdosen als “weiteren Tiefpunkt der von organisatorischen und kommunikativen Fehlern geprägten Corona-Politik der Ampelkoalition”. Unter “Impfkampagne” verstehe Lauterbachs Ministerium “offenbar überwiegend die Beschaffung von möglichst vielen Impfstoffdosen”, sagte Vogler zu AFP. “Dabei kommt es nicht darauf an, möglichst viel Impfstoff zu besitzen, sondern möglichst viel davon zu verimpfen.”

Eine echte Impfkampagne müsse “gezielt diejenigen Gruppen der Bevölkerung ansprechen, die von der Impfung den größten Nutzen hätten, und mit zielgruppengerechter Information, Aufklärung und wohnortnahen, niedrigschwelligen Impfangeboten dafür sorgen, die dramatischen Impflücken zu schließen”, forderte Vogler.

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