Chrupalla im ARD-Sommerinterview: “Es geht um deutsche Interessen”

Der AfD-Parteivorsitzende hat sich im ARD-Sommerinterview zu Deutschlands Kurs im Ukraine-Krieg geäußert. Konkret kritisierte er die Sanktionen gegen Russland.

Die AfD rechnet im Herbst als Folge steigender Energiepreise mit mehr Zustimmung für ihre Forderung nach einem Ende der Sanktionen gegen Russland. Ihr Partei- und Fraktionsvorsitzender Tino Chrupalla sagte am Sonntag im ARD-Sommerinterview, im November und Dezember, wenn die Bürger und Unternehmen ihre Heizkostenabrechnungen erhielten, “dann werden wir mal sehen, wie dann die Zustimmung zu diesen Sanktionen noch ist”.

Er forderte von der Bundesregierung mehr Beachtung der Belange im eigenen Land: “Es geht um deutsche Interessen”, so Chrupalla. Die Sanktionen gegen Russland schadeten deutschen Unternehmen und Bürgern “am meisten”: “Wir haben einen Wirtschaftskrieg gegen Russland begonnen.”

Sorge wegen Nord Stream 1

Seit Juni hatte der russische Energiekonzern Gazprom die Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 in der Ostsee deutlich gedrosselt und dies mit einer fehlenden Turbine begründet, die in Kanada gewartet wurde. Wegen der infolge des Ukraine-Kriegs erlassenen Sanktionen weigerte sich Kanada zunächst, die Turbine an Russland zurückzugeben – entschied sich dann aber doch dafür, das Aggregat stattdessen an Deutschland zu übergeben.

Seit vergangenem Montag wird durch Nord Stream 1 wegen Wartungsarbeiten kein Gas mehr geliefert. Die Arbeiten sollen bis zum 21. Juli dauern. Mehrere westliche Politiker äußerten sich skeptisch, ob Russland anschließend wieder Gas liefern wird. Die Bundesregierung bemüht sich um mehr Unabhängigkeit von russischen Energie-Importen.

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