Aktivisten am “Köpi”-Platz – 15 Festnahmen durch Polizei

Berlin (dpa) – Die Polizei hat in der Nacht zum Samstag mit einem Großaufgebot mehr als ein Dutzend Aktivisten auf dem Gelände des ehemaligen “Köpi”-Wagenplatzes in Berlin-Mitte vorläufig festgenommen.

Diese seien am Freitagabend vermummt auf das Gelände in der Köpenicker Straße vorgedrungen, teilten die Sicherheitskräfte mit. Sie hätten die Geländeumfriedung umgerissen, Baufahrzeuge und Container bestiegen und Transparente aufgespannt, hieß es weiter. Außerdem sollen sie Stacheldraht und Feuerlöscher auf das Gelände geschafft haben.

Einsatz von mehr als 200 Polizisten

Die Polizei war nach Angaben eines Sprechers vom Samstag mit mehr als 200 Beamten vor Ort und räumte das Gebiet. Der Einsatz dauerte bis in die frühen Morgenstunden. Zwei Frauen im Alter von 34 und 21 Jahren waren den Angaben zufolge auf Bäume geklettert und wurden erst am Morgen mit Unterstützung der Feuerwehr ergriffen. Die Polizei nahm insgesamt 15 Männer und Frauen vorläufig fest. Sie sind mittlerweile alle wieder auf freiem Fuß.

Nach den Angaben vom Samstag wurde niemand verletzt. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedens- und wegen Hausfriedensbruchs. Ermittelt wird außerdem gegen einen 27-Jährigen, der bei einer kleineren Kundgebung am Rande des Einsatzes einen Beamten beleidigt und Widerstand geleistet haben soll.

Stellungnahme der Aktivisten veröffentlicht

Aktivisten veröffentlichten noch am Freitagabend eine Stellungnahme, in der sie die Rückgabe des “Köpi”-Platzes fordern. Das Wagencamp galt lange als eines der letzten Symbolprojekte der linksautonomen Szene in Berlin. Am 15. Oktober vergangenen Jahres – genau ein halbes Jahr vor dem Einsatz am Freitag – hatte die Polizei es mit schwerem Gerät geräumt. Die Räumung, an der Hunderte Polizisten beteiligt waren, hatte der Grundstückseigentümer vor Gericht erstritten. Die Bewohner lebten in Bauwagen neben einem seit 1990 besetzten Altbau.

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