Prozess um Kindesentführung
„Unmengen von Tüten“: Nachbarin belastet Christina Block
Aktualisiert am 31.03.2026 – 11:52 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Nachbarin schildert vor Gericht auffällige Beobachtungen kurz vor der mutmaßlichen Entführung von Christina Blocks Kindern. Die Aussage führt zu neuer Spannung im Prozess.
Im Prozess um die mutmaßliche Entführung der Kinder von Christina Block hat eine Nachbarin der Unternehmerin vor dem Hamburger Landgericht brisante Beobachtungen geschildert. Einen Tag vor der Tat habe sie gesehen, wie „Unmengen von Tüten“ in Blocks Haus getragen worden seien.
So viele Supermarkttüten seien ungewöhnlich, sagte die Zeugin. Sie habe zunächst angenommen, dass eine größere Feier geplant sei. Doch am folgenden Tag sei das Haus dunkel gewesen.
Die Frau war auf Antrag der Nebenklage geladen worden. Deren Vertreter Philip von der Meden erklärte nach der Aussage, diese untermauere den Verdacht: „Frau Block wusste, dass die Entführung ansteht.“ Die Verteidigung wies diesen Schluss zurück.
Von der Meden vertritt Blocks Ex-Mann Stephan Hensel, der in dem Verfahren als Nebenkläger auftritt. Die Nachbarin hatte sich zuvor selbst bei ihm gemeldet, woraufhin er ihre Vernehmung beantragte.
Der Prozess läuft inzwischen seit mehr als 40 Verhandlungstagen. Im Kern geht es um die Frage, ob Block die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder in Auftrag gegeben hat.
Die 52-Jährige soll laut Anklage eine israelische Sicherheitsfirma beauftragt haben, die Kinder vom Wohnort ihres Vaters in Dänemark nach Deutschland zu bringen. Der damals zehnjährige Junge und das 13-jährige Mädchen wurden in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Süddeutschland gebracht. Ihre Mutter holte sie später nach Hamburg. Block bestreitet, den Auftrag erteilt zu haben.
Neben ihr sind sechs weitere Personen angeklagt, darunter ihr Lebensgefährte, der frühere Sportmoderator Gerhard Delling. Auch er weist die Vorwürfe zurück. Ein Mitangeklagter hat seine Beteiligung bereits eingeräumt.
An zentraler Stelle kommt das Verfahren derzeit nur schleppend voran: Wichtige Zeugenaussagen aus Israel stehen weiterhin aus. Sie gelten laut Gericht als entscheidend für den Ausgang des Prozesses.
