
Nach Silvesterkrawallen in Berlin
CDU-Innenexperte fordert mehr Präventivhaft
01.01.2026 – 18:04 UhrLesedauer: 1 Min.
In Berlin sollen erstmalig potenzielle Krawallmacher vor Silvester in Präventivhaft genommen worden sein. CDU-Innenexperte Burkard Dregger fordert eine Ausweitung der Maßnahmen.
Der innenpolitische Sprecher der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus macht sich im Gespräch mit der Berliner Lokalredaktion von t-online dafür stark, vor Silvester vermehrt potenzielle Straftäter in Präventivhaft zu nehmen. „Ich gehe fest davon aus, dass sich schwere Exzesse so verhindern lassen“, sagte Burkard Dregger. Präventivhaft betreffe schließlich sehr gefährliche Personen.
Bereits in der gerade zurückliegenden Silvesternacht seien mehrere Personen präventiv inhaftiert worden, so Dregger weiter. Er gehe in diesem Jahr von einer niedrigen zweistelligen Fallzahl aus.
Für den Silvesterabend 2026/2027 sagte der Innenexperte der Berliner Polizei in Sachen Präventivhaft Rückendeckung zu. Sollte den Ermittlern vorgeworfen werden, mit präventiven Inhaftierungen Polizeigewalt auszuüben, werde man die Beamten politisch unterstützen, sagte Dregger.
In der Nacht vom 31. Dezember 2025 auf den 1. Januar 2026 waren Polizisten in vielen Fällen mit Pyrotechnik beschossen und körperlich angegriffen worden. Insgesamt 35 Einsatzkräfte seien verletzt worden, teilte die Behörde an Neujahr mit – zwei von ihnen so schwer, dass sie zur stationären Behandlung in Krankenhäuser gebracht werden mussten.
Die Beamten hätten insgesamt 800 Ermittlungsverfahren eingeleitet, wie es weiter hieß – wegen des tätlichen Angriffs sowie wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Dazu kommen mögliche Verstöße gegen das Waffengesetz, Brandstiftung und Landfriedensbruch. Seit mehreren Jahren kommt es in Berlin am Jahreswechsel zu schweren Ausschreitungen, bei denen Einsatzkräfte der Polizei, aber auch der Feuerwehr, gezielt angegriffen werden.