Nach Impfung: Bessere Antikörperwerte durch Mentaltraining?

Laut Studie

Mentales Training vor Impfung kann Antikörperwerte steigern


27.01.2026 – 08:00 UhrLesedauer: 2 Min.

Impfung: Die Wirkung lässt sich möglicherweise durch mentales Training verbessern. (Quelle: gorodenkoff/getty-images-bilder)

Wer mit gezieltem Training bestimmte Bereiche im Hirn aktiviert, beeinflusst womöglich, wie gut eine Impfung wirkt. Eine Studie gibt neue Einblicke.

Wie stark die Immunantwort auf eine Impfung ausfällt, wird offenbar auch vom Gehirn beeinflusst. Eine kürzlich in der Fachzeitschrift „Nature Medicine“ veröffentlichte Studie zeigt, dass sich die Reaktion der körpereigenen Abwehr auf einen Impfstoff möglicherweise verbessern kann, wenn vorher das Belohnungszentrum im Hirn gezielt aktiviert wird. Dabei ging es nicht um „positives Denken“ im herkömmlichen Sinn.

Für die Studie nutzen die Forscher die sogenannte funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRT). Ein bildgebendes Verfahren, mit dem sich Gehirnaktivität aufzeigen lässt. Die insgesamt 85 Probanden erlernten auf diese Weise, wie sie mit positiven Gedanken, Gefühlen und Erinnerungen gezielte Bereiche im Gehirn aktivieren.

Von Interesse war dabei vor allem das „ventrale tegmentale Areal“ (VTA). Diese relative kleine Hirnregion ist zentraler Bestandteil des Belohnungssystems. 68 Studienteilnehmer erlernten, genau diese Region zu aktivieren. Die restlichen Teilnehmer aktivierten nicht das VTA, aber ebenso Hirnbereiche, die auch mit Belohnung zu tun haben.

Im Anschluss an das Training wurden alle Teilnehmer gegen Hepatitis B geimpft. Jeweils zwei und vier Wochen später nahmen die Forscher den Probanden Blut ab und untersuchten die Antikörperwerte.

Dabei zeigte sich, dass die Antikörperwerte bei jenen Teilnehmern höher waren, die vor der Impfung das VTA gezielt aktiviert hatten. Die Forscher stellten zudem fest, dass vor allem positive Erwartungen wie freudige Aufregung, der Glaube an ein gutes Ergebnis oder die Erwartung eines schönen Ereignisses den Probanden halfen, das aktivierte VTA beim Training stabil zu halten.

„Unsere Studie zeigt, dass das Gehirn nicht nur ein System ist, das auf den Gesundheitszustand des Körpers reagiert, sondern auch ein aktiver Mitgestalter, der ihn beeinflusst“, erklären die Forscher. Sie betonen jedoch, dass die Ergebnisse bislang nur erste Hinweise liefern und weitere Studien nötig sind, um ein umfassenderes Bild zu erhalten.

Auf lange Sicht könnten sich so womöglich nicht invasive Methoden entwickeln lassen, um die körpereigene Immunreaktion gezielt zu unterstützen und medizinische Behandlungen zu ergänzen.

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