Insolventer Supermarkt

Tegut: Jetzt steigt auch Aldi Nord ins Bieterrennen ein

Aktualisiert am 13.03.2026 – 14:16 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Außenansicht eines Tegut-Supermarktes. (Quelle: Uwe Zucchi/Archiv/dpa)

Der Schweizer Eigner zieht sich bei der Kette Tegut zurück. Neben Edeka und Rewe steigt ein dritter Übernahmekandidat für die Filialen in Deutschland ein.

Der geplante Verkauf der Supermarktkette Tegut beschäftigt auch Aldi Nord. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur interessiert sich der Discounter für eine einstellige Zahl von Filialen. Das Unternehmen machte auf Nachfrage keine näheren Angaben.

Der bisherige Tegut-Eigentümer, der Schweizer Handelskonzern Migros, hatte in dieser Woche angekündigt, sich aus Deutschland zurückziehen zu wollen. Rund 200 der mehr als 300 Filialen sowie unter anderem das Logistikzentrum im hessischen Michelsrombach sollen an Edeka verkauft werden. Beide Seiten haben bereits eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Das Geschäft bedarf einer Zustimmung des Kartellamtes. Die Marke Tegut soll aufgegeben werden. Der Großteil der Supermärkte der Kette befindet sich in Hessen.

Der Kartellrechtler Rupprecht Podszun sieht die geplanten Übernahmen von Tegut-Standorten kritisch. Er hält es sogar für möglich, dass das Kartellamt die Vorhaben ganz oder teilweise untersagt. Der Professor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ist Mitglied der Monopolkommission. Ein kürzlich veröffentlichtes Gutachten des Beratergremiums kam zu dem Schluss, dass die Konzentration im deutschen Lebensmittelhandel auf die vier Unternehmen Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) bereits sehr hoch ist.

Podszun erwartet deshalb eine besonders intensive Prüfung durch die Wettbewerbshüter. „Bislang wird oft argumentiert, dass es doch ausreicht, wenn es für Konsumenten in einer bestimmten Region genügend Auswahl unter den Supermärkten gibt.“ Die Marktmacht der großen Handelsketten ist dem Experten zufolge jedoch nicht mehr nur regional begrenzt. Sie drängten zudem zunehmend in die Produktion. „Wir können nicht einerseits eine hohe Konzentration beklagen und andererseits zusehen, wie die letzten kleinen Wettbewerber von genau diesen Unternehmen geschluckt werden.“

Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet. Anfang 2013 übernahm Migros die Kette. Laut Internetseite beschäftigt Tegut rund 7.700 Menschen und hat mehr als 300 Supermärkte in sechs Bundesländern, die meisten davon in Hessen. Hinzu kommen weitere Verkaufsstellen, darunter die rund 40 „Teo“-Minimärkte. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Tegut nach eigenen Angaben einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro.

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