Festnahme in Russland
Mutter entführt Tochter – um Kriegsprämie zu kassieren
24.10.2026 – 12:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Mutter lauert ihrer eigenen Tochter auf, zerrt sie mit einem Komplizen ins Auto und sperrt sie ein. Eine Kriegsprämie für Gefallene war offenbar das Motiv für das Verbrechen.
Bis zu drei Millionen Rubel – nach aktuellem Kurs fast 33.000 Euro – erhalten die Hinterblieben von russischen Soldaten, wenn sie für Wladimir Putin in den Krieg gegen die Ukraine ziehen und dort sterben. Für viele in Russland eine sehr verlockende Summe – kann man doch dafür sogar in der Hauptstadt Moskau eine kleine Wohnung erwerben.
Um von diesem unverhofften Geldsegen zu profitieren, soll eine Frau aus der Republik Baschkortostan ihre eigene Tochter entführt haben. Nach Angaben des russischen Innenministeriums hat das 18-jährige Opfer vor Kurzem für ihren gefallenen Vater die Kriegsprämie ausgezahlt bekommen. Weil die Eltern geschieden waren, hatte die Mutter keinen rechtlichen Anspruch auf die Zahlung. Also schmiedete sie nach Darstellung der Ermittler einen Plan.
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Russland: Mutter hält Tochter über eine Woche gefangen
Gemeinsam mit einem Komplizen lauerte die 43-jährige Mutter demnach in einem Park in der Stadt Sterlitamak ihrer Tochter auf. Die beiden zerrten nach bisherigen Erkenntnissen die junge Frau in ein Auto und brachten sie in ein abgelegenes Dorf rund 100 Kilometer von Sterlitamak entfernt.
Dort sperrten sie die 18-Jährige in einem Haus ein. Mehr als eine Woche wurde die Studentin von ihrer eigenen Mutter gefangen gehalten – bis der Zufall ihr zu Hilfe kam. Sie fand in dem Haus ein Telefon und konnte damit die Polizei alarmieren.
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Innenministerium: Es ging um das Kriegsgeld
Einsatzkräfte rückten an, befreiten sie und nahmen die beiden mutmaßlichen Entführer noch vor Ort fest. „Mutmaßlich hatten sie vor, sich eine größere Geldsumme anzueignen, die das Mädchen nach dem Tod ihres Vaters erhalten hatte“, erklärte Irina Wolk, Sprecherin des russischen Innenministeriums. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Beschuldigten die Studentin dazu zwingen wollten, einer gemeinsamen Verwendung der Zahlungen zuzustimmen.
Ein Gericht ordnete für beide Beschuldigten Untersuchungshaft an. Nach Angaben der regionalen Ermittlungsbehörde ist der 32-jährige Komplize der Mutter ein ausländischer Staatsbürger. Zu seiner Nationalität wurden keine Angaben gemacht.
