In Neukölln

Mutmaßliche Vergewaltigung in Jugendclub: Freistellung im Amt

Aktualisiert am 07.04.2026 – 17:19 UhrLesedauer: 2 Min.

Nach Vergewaltigungsvorwürfen in einem Jugendzentrum in Berlin-Neukölln (Archivbild) bleibt die Einrichtung zunächst geschlossen. (Quelle: Jens Kalaene)

Lange passiert nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung in einem Neuköllner Jugendclub nichts. Inzwischen ist der Club geschlossen, Ermittlungen laufen – und es gibt weitere personelle Konsequenzen.

Die mutmaßliche Vergewaltigung in einem Jugendzentrum in Berlin-Neukölln hat zur Freistellung der zuständigen Mitarbeiterin im Jugendamt geführt. Das teilte ein Sprecher des Bezirksamtes Neukölln auf Anfrage der Deutschen Presseagentur mit. Zuvor hatte der RBB berichtet.

Diese Maßnahme hatte sich bereits abgezeichnet, ist aber rechtlich nicht ganz einfach. Vor rund zwei Wochen hatte die Jugendstadträtin Sarah Nagel (Linke) bereits mitgeteilt, dass es im Jugendamt eine Umsetzung gegeben habe und weitere personalrechtliche Schritte angekündigt. Aus Sicht von Nagel wurden im Jugendamt gravierende fachliche Fehler gemacht. Die Stadträtin steht in dem Fall selbst in der Kritik und sieht sich mit einem Abwahlantrag der CDU konfrontiert.

Der Neuköllner Jugendclub ist bis auf Weiteres geschlossen. Eine 16-Jährige soll dort von Jugendlichen Ende 2025 vergewaltigt und später bedrängt worden sein – die Polizei erfuhr davon erst durch die Anzeige des Vaters des Mädchens. Diese erfolgte laut Staatsanwaltschaft am 23. Februar. Weder das Jugendzentrum noch später das zuständige Jugendamt des Bezirks Neukölln haben Anzeige erstattet. Zu den Gründen gibt es unterschiedliche Darstellungen. Es besteht der Verdacht, dass der Vorfall nicht gemeldet wurde, um die muslimischen Verdächtigen nicht zu stigmatisieren.

Inzwischen ermitteln Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Berlin zu dem Vorfall. Nach Angaben der Polizei wurden auch Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Strafvereitelung sowie der Strafvereitelung im Amt eingeleitet. Zudem gingen laut Polizei – überwiegend online über die Internetwache – mehrere Hinweise auf „fehlerhaftes beziehungsweise gegebenenfalls strafrechtlich relevantes Handeln beziehungsweise Unterlassen“ ein.

Jugendstadträtin Nagel hat unterdessen eine Kommission eingesetzt, um die Vorgänge aufzuarbeiten. Dieser gehören nach den Angaben Fachleute an, die sich mit Kinderschutz und dem Umgang mit sexualisierter Gewalt auskennen. Das Gremium soll sich nach Angaben des Bezirks Ende der Woche konstituieren. Zwischenergebnisse sollen bis Ende Mai 2026 vorliegen.

Share.
Die mobile Version verlassen