
Im Finale reichten die schamanischen Tricks des schmalen Serben gegen den 22-jährigen Muskelmann Alcaraz nicht mehr. Als Djokovic am Ende den Centre Court verließ, zeigte er sich als fairer Verlierer. Seine Enttäuschung hielt er verborgen. Stattdessen lobte er seinen Gegner überschwänglich und zeigte sich zu Scherzen aufgelegt. „Du bist noch so jung, hast noch so viel Zeit“, sagte er in Richtung Alcaraz. „So wie ich auch. Ich bin sicher, wir werden uns noch häufiger auf dem Platz sehen“, sagte der 38-Jährige – „in den kommenden zehn Jahren“.
Dann bedankte er sich aufrichtig beim australischen Publikum – das wiederum zahlte es dem Serben mit warmen Ovationen zurück. Kurz schien es, als könnte es doch noch eine echte Liebesbeziehung zwischen ihm und dem Turnier in Australien werden. Dafür müsste er nächstes Jahr aber wiederkommen. Er wird dann 39 Jahre sein.
Schon beim Interview auf dem Court hatte er den Zuhörern Rätsel aufgegeben. Er wisse nicht, was morgen sei, so Djokovic, und erst recht nicht, was in 6 oder 12 Monaten. Klar ist, dass er in diesem Jahr noch einige Turniere spielen will. Aber was kommt dann? Ob es vielleicht doch sein letzter Auftritt in Melbourne gewesen sei, wurde er später von einem besorgten serbischen Journalisten gefragt. „Ich komme sicherlich nächstes Jahr zurück“, antwortete Djokovic. Dann setzte er hinzu: „Ob als Spieler, das werden wir sehen.“