Millionenraub, Beute viel höher als gedacht

Millionen-Coup in Gelsenkirchen

Nach Sparkassen-Einbruch: Anwalt äußert sich zur Beute


Aktualisiert am 06.01.2026 – 07:12 UhrLesedauer: 2 Min.

Blick in den Aktenraum der Gelsenkirchener Sparkasse: Durch das Loch sind die Täter in den Tresorraum gelangt. (Quelle: Polizei Gelsenkirchen)

Bei dem Raub in der Gelsenkirchener Sparkasse wurden über 3.000 Bankschließfächer aufgebrochen. Anfangs war von einem Schaden in Höhe von 30 Millionen Euro die Rede – doch jetzt äußert ein Anwalt eine weitaus höhere Summe.

Die Summe der gestohlenen Einlagen aus den Bankschließfächern der Sparkasse in Gelsenkirchen, die in den Weihnachtstagen ausgeraubt wurde, könnte möglicherweise sehr viel höher sein als bisher angenommen. Burkhard Benecken, Anwalt von mehreren Geschädigten, sagte „Focus online“, er schätze die Summe auf 300 Millionen Euro. Ursprünglich gingen die Ermittler zunächst von rund 30 Millionen Euro aus, später gaben Sicherheitskreise an, es könnten mehr als 100 Millionen Euro sein.

Benecken vertritt bis zu 40 Kunden der Sparkasse. In den vergangenen Tagen meldeten sich täglich neue Menschen, die ihn um Hilfe bitten. Aus den Gesprächen weiß er: „Das Gros der Klienten beklagt im Schnitt einen Verlust von mehr als 100.000 Euro, manche aber beziffern ihre verlorenen Einlagen auf den sechs- oder gar siebenstelligen Bereich“, erklärte er dem Medium. Viele von ihnen seien wütend und frustriert über das Verhalten der Sparkasse. „Viele können nicht mehr schlafen.“

Sie hätten Angst, auf dem Verlust sitzenzubleiben, denn die Schließfächer waren nur auf 10.300 Euro versichert. Darüber habe die Sparkasse die Kunden aus Sicht des Juristen aber nicht richtig informiert. Er sieht hier eine eindeutige Verletzung der Sorgfalts- und Aufklärungspflicht der Bank. Dass die Versicherungssumme so gering sei, hätte nur im Kleingedruckten gestanden. „Aber darüber hat man sie nie aufgeklärt.“

Doch der Anwalt sieht aufseiten der Bank noch mehr Fehler. So berichtete ihm ein Insider aus dem Sparkassenumfeld, dass die Alarmanlage im Tatzeitraum defekt gewesen sei. Ob das stimmt, ist aktuell Gegenstand der Ermittlungen. Sollte es so sein, „müsste das Geldinstitut vollumfänglich für den entstandenen Schaden haften“, stellt Benecken klar.

Gleichzeitig möchte er seine Klienten in Schutz nehmen. In den vergangenen Tagen gab es Berichte darüber, dass die Ermittler die Herkunft des Geldes der Bankkunden infrage stellen. Es steht der Vorwurf im Raum, es könne sich teilweise um Schwarzgeld oder Gelder von Clans handeln. Benecken sagte hierzu, dass zumindest das Geld seiner Klienten zu 95 Prozent aus legalen Quellen stamme. „Darüber liegen uns entsprechende Unterlagen, Kontoauszüge oder Quittungen vor.“

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