Millionenruine in Rotterdam

Riesiger Freizeitpark vor dem Aus – ohne je zu öffnen

Aktualisiert am 25.03.2026 – 08:53 UhrLesedauer: 2 Min.

Das Riesenrad des Freizeitparks Rivoli: In den Park sollen bereits mehr als 50 Millionen Euro investiert worden sein. (Quelle: Rivoli)

Riesenrad, Achterbahn, Piratenschiff – alles steht bereit. Doch kein einziger Besucher hat den Park je betreten. Nun droht die Zwangsversteigerung.

Mitten in Rotterdam steht ein Freizeitpark, an dem bereits seit 14 Jahren gebaut wird – und der trotzdem noch nie einen einzigen Besucher empfangen hat. Nun droht das Projekt „Rivoli“ im Rotterdamer Hafen komplett zu scheitern: Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, ist wegen akuter finanzieller Probleme für den 21. April die Zwangsversteigerung angesetzt.

Hinter dem Projekt steckt der 76-jährige Hennie van der Most, der in den Niederlanden auch als „König der Freizeitparks“ bekannt ist. Nach eigenen Angaben hat er bereits mehr als 50 Millionen Euro in das Gelände investiert. Nun fehlen rund 7 Millionen Euro für die Tilgung der Kredite – dazu kommt weiteres Kapital, das für die Fertigstellung des Parks nötig wäre. Investoren fordern ihr Geld bereits zurück.

Das 25.000 Quadratmeter große Gelände war einst eine Müllverbrennungsanlage. Allein Bodensanierung und Umbau des Gebäudes dauerten Jahre. Hinzu kamen verzögerte und teils verweigerte Genehmigungen, ein Brand auf dem Gelände sowie ein zu geringer Stromanschluss. Als wegen der Corona-Pandemie die Einnahmen aus van der Mosts anderen Parks wegbrachen, ging schließlich das Geld aus. Und das, obwohl große Teile des Parks wie etwa Riesenrad, Achterbahn und Piratenschiff schon fertiggestellt sind.

Erschwerend kommt der Streit mit der Stadt Rotterdam hinzu. Das Gelände ist gepachtet, der Vertrag läuft nur bis 2030 – und die Stadt will ihn nicht verlängern. Van der Mosts Manager Han Groot Obbink sagt zu „Bild“: „Wir haben die Vermutung, dass dort Wohnungen gebaut werden sollen.“ Für potenzielle Geldgeber sei das Risiko damit zu groß.

Van der Most hatte sich in den 1990er Jahren einen Namen gemacht, als er aus dem stillgelegten Kernkraftwerk im nordrhein-westfälischen Kalkar das Freizeitangebot „Wunderland“ schuf. Van der Most gehörten einmal fünfzehn Unternehmen. Wie das niederländische Nachrichtenportal „oost“ schreibt, wurde sein Vermögen zwischenzeitlich auf 75 Millionen Euro geschätzt.

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