Millionen Menschen leiden – so schützen Sie sich

Ein besonderes Augenmerk sollte aber auf einem stabilen Immunsystem liegen. Alles andere kann helfen, aber nur die körperlichen Abwehrkräfte können das Herpesvirus in Schach und Betroffene beschwerdefrei halten. Sind sie fit und vital, hat auch das Virus keine Chance. Deshalb wird besonders auf einen gesunden, bewussten Lebensstil und eine ausgewogene Ernährung hingewiesen.

Wichtig sind dabei die Vitamine C, etwa in Paprika, Zitrusfrüchten oder Brokkoli, und Vitamin D, etwa aus fettem Fisch wie Makrele oder Lachs und guten Supplements, etwa 2.000–3.000 I.E. pro Tag bei Erwachsenen, plus Vitamin K2, individuell angepasst. Außerdem Zink (in Meeresfrüchten, Nüssen oder Samen), Selen und Eisen bei nachgewiesenem Mangel. B-Vitamine sollten gemessen und gezielt aufgefüllt werden. Ein bewährter Helfer ist auch ein Hitzestift zum Aufdrücken aus der Apotheke zur frühzeitigen Anwendung. Für eine beschleunigte Wundheilung bieten Hersteller nach dem Prinzip der feuchten Wundheilung durchsichtige Hydrocolloid-Pflaster an.

Achten Sie auf ausreichend Schlaf, denn in dieser Phase produziert der Körper Stoffe, die Entzündungen und Infektionen entgegenwirken. Bei Tag ist ein moderates, der persönlichen Lebenssituation angepasstes Maß an Bewegung sehr hilfreich. Wer bereits vom Herpes angegriffen ist, sollte es mit körperlichen Anstrengungen aber auch nicht übertreiben. Nehmen Sie unbedingt viel (alkoholfreie!) Flüssigkeit zu sich und verzichten Sie aufs Rauchen.

Aber die Herpesviren fahren nicht nur über den Mund, manchmal machen sie es sich auch rund um die Geschlechtsorgane gemütlich: Bei Genitalherpes erfolgt die Ansteckung oft bei ungeschützten Sexualkontakten, aber auch bei gemeinsamer Benutzung von Sexspielzeugen. Vorwiegend aktiv ist hier das Herpes-simplex-Virus Typ 2, seltener auch Typ 1, das zum Beispiel durch Oralverkehr auch „untenrum“ heimisch werden kann, und das ebenfalls nach der Ansteckung lange Zeit unentdeckt bleiben kann.

Die übergroße Mehrheit der Infizierten hat keine oder nur schwache Symptome. Wer behauptet, sich das Leiden auf einem öffentlichen WC oder im Umgang mit dem Gemeinschaftshandtuch eingefangen zu haben, hat meist etwas zu verbergen. Zwischen zehn und fünfzehn Prozent der Deutschen sollen das Virus mit sich herumtragen, dabei gelten Frauen als anfälliger als Männer.

Klar ist, dass der häufige Wechsel der Sexualpartner die Trefferquote erhöhen kann. Und ähnlich wie beim Lippenherpes sind andauernde körperliche oder seelische Belastungen, aber auch Sonnenlicht (Sie haben bestimmt schon den skurrilen Trend der Genitalbesonnung auf Social Media entdeckt) und Verletzungen der Haut gut geeignet, die ganze Sache zu befeuern.

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