„Ich bin enttäuscht“

Multimillionär will Buckelwal Timmy retten


Aktualisiert am 10.04.2026 – 14:52 UhrLesedauer: 3 Min.

Der gestrandete Buckelwal: Ein Multimillionär will eine neue Rettungsaktion finanzieren – obwohl Wissenschaftler anderer Meinung sind. (Quelle: Philip Dulian/dpa)

Einer der Mediamarkt-Gründer schaltet sich in die Debatte um den gestrandeten Buckelwal Timmy ein. Er zeigt sich von der Politik enttäuscht und findet klare Worte.

Das Schicksal des vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals bewegt weiterhin viele Menschen. Einige von ihnen haben sich mit Hilfsangeboten und neuen Ansätzen an das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern gewandt. Auch Walter Gunz, Mitgründer von Mediamarkt und Multimillionär, will die Situation des Buckelwals nicht akzeptieren. Er präsentierte der „Bild“-Zeitung am Freitag Pläne, wie das Tier doch noch freigebaggert werden könne.

Im Video | Wal Timmy zeigt wieder leichte Aktivität

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Quelle: dpa

Demnach soll dem Buckelwal in die Schwanzflosse ein Antibiotikum gespritzt werden, mit dem die Abwehrkräfte des Tieres gestärkt werden sollen. Ein Bagger soll schließlich ein Loch vor dem Wal graben, damit er langsam ins Wasser rutschen könne. Wenn der Wal wieder strandet, soll es einen neuen Rettungsversuch geben.

Das Umweltministerium und die mit ihm zusammenarbeitenden Wissenschaftler sind anderer Meinung: Minister Till Backhaus (SPD) hat bereits mehrfach vor der Presse erklärt, dass das Tier sehr krank und geschwächt sei. Experten von Greenpeace, der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation und des Meeresmuseums in Stralsund sind sich einig: Jede weitere Rettungsaktion sei Tierquälerei.

Gunz zeigte sich im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung unzufrieden damit: „Ich bin enttäuscht über die Mechanismen und die Bürokratie, die das Leben behindern. Wenn man nicht alle Optionen versucht hat, hinterlässt das ein komisches Gefühl. Daher will ich eine weitere Rettung finanzieren.“ Der Millionär fügte hinzu: „Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.“

Der Mann, dessen Vermögen vom „Manager Magazin“ 2019 auf etwa 500 Millionen Euro geschätzt wurde, gab sich im Gespräch mit der „Bild“ kämpferisch: „Im Leben gibt es keine Garantien. Scheitern ist immer möglich, aber man darf sich davon nicht abschrecken lassen.“ Er argumentierte, dass das Tier aus der Ostsee den Weg in Richtung Atlantik antreten könnte, wenn es endlich freigebaggert werden würde.

Den Plan habe Gunz der „Bild“ zufolge gemeinsam mit Oliver Bienkowski von der Organisation PixelHelper erarbeitet. Auf ihrer Webseite bezeichnet sich PixelHelper als „Aktivisten- & Künstlernetzwerk für Menschenrechte, um gegen Unterdrückung und für Meinungsfreiheit zu kämpfen“. Außerdem kündigte die Organisation an, „den öffentlichen Druck aufrechtzuerhalten, bis gehandelt wird.“

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