Milliardenprojekt der Bundeswehr – NVL rettet Fregatten-Großauftrag

Ärger um Fregattenbau

Bremer Schiffbauer rettet Milliardenprojekt der Bundeswehr


Aktualisiert am 31.01.2026 – 01:19 UhrLesedauer: 2 Min.

Fregatte F126: Weil das niederländische Unternehmen Damen Naval Probleme bei der Fertigung hat, springt nun das Bremer Unternehmen Naval Vessels Lürssen ein. (Quelle: Bundeswehr/Damen Naval)

Eines der aktuell größten Rüstungsprojekte der Bundesregierung drohte zu scheitern. Jetzt springt ein Bremer Unternehmen in die Bresche und übernimmt das Milliardenvorhaben.

Der Bau der neuen Fregatte F126 kann endlich richtig beginnen. Nach monatelangen Problemen beim niederländischen Hauptauftragnehmer Damen Naval übernimmt nun das Bremer Unternehmen Naval Vessels Lürssen (NVL) die operative Führung des Projekts, teilte die Rüstungsfirma mit. Damit ist eines der größten Rüstungsprojekte der Bundeswehr vorerst gerettet.

Die F126, künftig größtes Kampfschiff der Bundeswehr, gilt als Schlüsselprojekt für die Deutsche Marine. Sechs kampfstarke Fregatten sollen künftig die in die Jahre gekommene Brandenburg-Klasse ablösen und die Nord- und Ostsee sichern. Die Schiffe sind 166 Meter lang, hochautomatisiert und für lange Einsätze im Nordatlantik ausgelegt. Die Gesamtkosten liegen bei rund zehn Milliarden Euro.

Doch das Vorhaben drohte zu scheitern. Damen Naval hatte massive Schwierigkeiten bei der Umsetzung der komplexen Technik. Vor allem die digitale Steuerung des arbeitsteiligen Baus auf mehreren Werften funktionierte nicht. Konstruktionsdaten waren fehlerhaft oder nicht kompatibel, Abläufe stockten. Die Folge: jahrelange Verzögerungen – zuletzt war sogar von einer Auslieferung erst ab 2032 die Rede, bis zu 48 Monate später als geplant.

Nun kommt die Wende aus Bremen. NVL teilte mit, dass die vollständigen Konstruktionsdaten von Damen erfolgreich in die eigenen Systeme übertragen wurden. Damit sei der zentrale Engpass beseitigt. „Die Weichen für einen erfolgreichen Abschluss sind gestellt“, sagte NVL-Geschäftsführer Tim Wagner. Der Datentransfer sei „der kritischste Meilenstein“ gewesen.

Mit Zustimmung des Auftraggebers übernimmt NVL nun die industrielle Koordination des Projekts. Rechtlich bleibt Damen Teil des Konsortiums, operativ aber liegt die Verantwortung künftig bei der Bremer Werft. Auf den beteiligten Standorten tut sich bereits etwas: In Kiel läuft die Montage erster Großsektionen, bei Blohm+Voss in Hamburg wurde die Rohrfertigung hochgefahren. Auf der Peene-Werft in Wolgast sollen ab dem Frühjahr weitere sichtbare Baufortschritte folgen.

„Die geopolitische Lage zeigt einmal mehr: Wir brauchen diese hochmodernen, kampfstarken und vor allem nordatlantiktauglichen Schiffe dringend“, sagte Wagner. Er zeigte sich zuversichtlich, dass NVL das Projekt nun stabil voranbringen könne.

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