
Hamburg verlängert Regelung
Die Mietpreisbremse ist ein stumpfes Schwert
25.11.2025 – 17:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Hamburger Senat verlängert die Mietpreisbremse. Mieter sollen damit vor Wucher geschützt werden. Wie erfolgreich war die Regelung bislang?
Hamburg verlängert die Mietpreisbremse bis zum 31. Dezember 2029. Seit 2015 soll sie dazu beitragen, den angespannten Wohnungsmarkt zu beruhigen. Die neue Mietpreisbegrenzungsverordnung gilt ab dem 1. Januar weiterhin im gesamten Stadtgebiet, teilte die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen mit.
Vermieter dürfen maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete verlangen. Ausnahmen gelten unter anderem für Erstvermietungen in Neubauten nach dem 1. Oktober 2014, nach umfassenden Modernisierungen, für möblierte Wohnungen sowie Kurzzeitvermietungen. Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein (SPD) sprach von einem „wirksamen Instrument“ und zog eine positive Bilanz.
Die Linksfraktion hält die Verlängerung für überfällig. Heike Sudmann, wohnungspolitische Sprecherin, warf dem Senat mangelnde Konsequenz vor: „Alles andere als eine Verlängerung der Mietpreisbremse wäre für den Senat peinlich.“ Eine versprochene Anlaufstelle für Betroffene fehle bis heute, zudem werde gemeldeten Verdachtsfällen nicht ausreichend nachgegangen. „Und das ist und bleibt ein Armutszeugnis für den Senat“, sagte Sudmann.
Trotz Mietpreisbremse ziehen die Angebotsmieten in Hamburg seit Jahren an. In fast allen Stadtteilen lag das Niveau 2024 über dem Bundesdurchschnitt von 10,92 Euro pro Quadratmeter; im Mittelwert erreichte Hamburg 15,68 Euro. Diese Zahlen legte die Stadtentwicklungsbehörde bereits im Sommer vor.
Besonders stark war der Anstieg in Ottensen: Dort kletterte die Medianmiete (der mittlere Mietpreis pro Quadratmeter) zwischen 2018 und 2024 von 13,91 auf 21 Euro – ein Plus von 51 Prozent. In der City lag der Medianwert zuletzt bei 22,40 Euro (+40 Prozent).
Auch in Bergedorf/Lohbrügge (+37 Prozent), Wandsbek-Ost (+36 Prozent), Steilshoop/Bramfeld und Lurup/Osdorf (jeweils +35 Prozent), Lokstedt/Stellingen, Wandsbek-Mitte sowie den Vier- und Marschlanden (jeweils +34 Prozent) und in Schnelsen/Eidelstedt (+33 Prozent) verteuerten sich die Mieten deutlich.
Um die angespannte Lage zu bewältigen, betreibt die Stadt Hamburg zwar einen gewissen Aufwand. Seit 2011 sind mehr als 100.000 neue Wohnungen entstanden, während die Bevölkerung bis Ende 2024 nur um knapp 64.000 Menschen angewachsen ist. Doch viele neue Projekte entstehen langsam und sind teuer; nur ein Drittel wurde öffentlich gefördert. Lange Genehmigungsprozesse, hohe Baukosten, Fachkräftemangel und teure Grundstücke verzögern den Wohnungsbau zusätzlich.