
Eigenen Rekord übertroffen
Mammutprojekt: Mexiko-Stadt baut längste Seilbahn der Welt
15.01.2026 – 10:51 UhrLesedauer: 2 Min.
Rekord: In Mexiko-Stadt sind Seilbahnen das bevorzugte öffentliche Verkehrsmittel. Jetzt wird eine neue Linie gebaut.
In Mexiko-Stadt entsteht die längste Seilbahn der Welt. Wie Mexikos Regierungschefin Clara Brugada jetzt bestätigte, wird sich die Cablebús Línea 5 über 15,2 Kilometer erstrecken und 53 Stadtviertel sowie indigene Gemeinden in den Bezirken Magdalena Contreras, Álvaro Obregón und Benito Juárez durchqueren.
Mit dem Bau wurde das Unternehmen Doppelmayr beauftragt. Die Firma mit Sitz in Österreich gilt als Weltmarktführer im Seilbahnbau und hat in Mexiko-Stadt bereits zuvor an Projekten des öffentlichen Nahverkehrs mitgewirkt (Linie 1 und Linie 3). Die neue Linie soll insgesamt zwölf Stationen haben und in 642 Kabinen rund 3.000 Fahrgäste pro Stunde befördern können.
Brugada erklärte auf einer Pressekonferenz, die Eröffnung sei für 2028 geplant. Die Investitionssumme liege bei 7,9 Milliarden Pesos (rund 372 Millionen Euro) – und damit deutlich über den 4,6 Milliarden Pesos, die für die Linie 4 vorgesehen waren, deren Strecke 11,5 Kilometer umfasst.
Bereits 2021 hatte die Linie 2 des elektrischen Seilbahnsystems (Sistema de Teleférico Eléctrico, STE) einen Guinness-Weltrekord als längste urbane Seilbahn der Welt aufgestellt. Sie verbindet Constitución de 1917 mit Santa Marta über eine Distanz von 10,5 Kilometern. Mit der neuen Linie würde Mexiko-Stadt diesen Rekord nun jedoch voraussichtlich in zwei Jahren erneut übertreffen.
Wie mexikanische Medien berichten, begannen erste Bauarbeiten am 28. November 2025. Auch der Preis für die Fahrt mit der Seilbahn steht mit sieben Pesos (35 Euro-Cent) schon fest. Kinder bis fünf Jahren sowie Menschen ab 60 Jahren sollen kostenlos mitfahren können.
Die geplanten zwölf Stationen der Cablebús Línea 5 sind: Mixcoac, Plateros, Martínica, La Cuesta, Glaciar, El Tanque, Atacaxco, Oasis, El Oyamel, Lomas de la Era, San Bartolo und Ameyalco.
Seilbahnen gelten für Mexiko-Stadt als besonders sinnvoll, weil sie in einer dicht bebauten Metropole mit vielen Hügeln, steilen Straßen und schwer zugänglichen Stadtteilen schnell und vergleichsweise günstig neue Verkehrsachsen schaffen können. Anders als Straßen- oder U-Bahn-Projekte benötigen sie weniger Platz am Boden, umgehen Staus und können Bewohner aus Randlagen deutlich besser an Metro- und Busnetze anbinden. Gleichzeitig verkürzen sie oft spürbar die Fahrzeiten im Alltag – und entlasten so auch das ohnehin überlastete Verkehrssystem der Hauptstadt.