
Die aktuellen Enthüllungen aus den Epstein-Akten erhöhen den bereits herrschenden Druck auf die norwegische Monarchie und insbesondere auf Mette-Marit. Schon vorab hatte der Skandal um Marius Borg Høiby großen Schaden angerichtet. Mit Kronprinz Haakon hat Mette-Marit zwei Kinder, Høiby jedoch stammt aus einer früheren Beziehung der Prinzessin. Der 29-Jährige ist wegen vier mutmaßlicher Vergewaltigungen sowie körperlicher und psychischer Misshandlung mehrerer früherer Partnerinnen angeklagt, plädiert in den schwersten Anklagepunkten auf nicht schuldig. Einen Tag vor Beginn des Gerichtsverfahrens wurde Høiby am 2. Februar wegen weiterer Gewaltvorwürfe verhaftet.
Erstmals in Gewahrsam genommen worden war er im August 2024. Damals lebte er noch mit Mette-Marit und seinem Stiefvater auf dem Gelände von Schloss Skaugum und soll von seiner Mutter gewarnt worden sein. Laut einem Bericht der norwegischen Zeitung „Verdens Gang“ habe sie ihm damals erzählt, dass Polizisten auf dem Weg zu ihm seien. Mette-Marit soll kurz zuvor zunächst selbst per Anruf über den geplanten Polizeieinsatz informiert worden sein. Von wem, ist nicht bekannt.
Tatsächlich habe die Polizei wenig später Høiby selbst kontaktiert und erklärt, ihn festnehmen zu wollen, wie laut „Verdens Gang“ aus dem Polizeiprotokoll hervorgehe. Man soll sich damals darauf geeinigt haben, dass Høiby das Schlossgelände verlässt, um sich stattdessen außerhalb an einer Schule festnehmen zu lassen. Zwischen dem Anruf der Polizei bei Høiby und seiner Festnahme verging laut Protokoll etwa eine halbe Stunde. „Verdens Gang“ will erfahren haben, dass Mette-Marit das Haus ihres Sohnes, das sich auf dem Schlossgelände befindet, in diesem Zeitraum putzte. Inwiefern sie über Høibys mutmaßliche Taten Bescheid wusste, ist unklar.
Seit dem 3. Februar steht Høiby nun vor Gericht. Nachdem zunächst ein Anwalt der Gegenseite gefordert hatte, auch Mette-Marit vorzuladen, stellte Kronprinz Haakon beim norwegischen Sender NRK klar, dass er und seine Frau zumindest dem Auftakt des Prozesses fernbleiben: „Wir haben uns entschieden, im Gerichtssaal nicht anwesend zu sein und uns auch nicht über den Prozess zu äußern.“ Natürlich würden er und Mette-Marit die Verhandlung trotzdem mitverfolgen. Zunächst hatte die Kronprinzessin ausgerechnet über den Auftakt des Gerichtsprozesses eine private Reise geplant, deren Dauer ungewiss war. Der Urlaub wurde dann aber doch kurzfristig abgesagt.