Video zeigt auffällige Lichterscheinung
Meteoritenteil beschädigt Haus – weitere Untersuchungen
Aktualisiert am 09.03.2026 – 08:15 UhrLesedauer: 3 Min.
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Erst eine auffällige Lichterscheinung, dann berichtet die Polizei von Schäden an einem Haus in Rheinland-Pfalz – verursacht durch Meteoritenteile.
Ein über Rheinland-Pfalz fliegender und mit einem lauten Knall zerbrechender Meteorit hat am Sonntag Aufregung ausgelöst. Bei den integrierten Leitstellen von Feuerwehr und Rettungsdienst, insbesondere im Norden von Rheinland-Pfalz, ging eine erhöhte Zahl von Notrufen ein, wie das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz in Koblenz mitteilte.
Bruchstücke des Meteoriten erreichten demnach gegen 19.15 Uhr die Erde. Vereinzelt habe es in Rheinland-Pfalz Schäden durch Meteoritenteile gegeben, hieß es von den Behörden.
Das Lagezentrum des Polizeipräsidiums Koblenz berichtete am Sonntagabend von Schäden an einem Hausdach im Stadtteil Koblenz-Güls, die wahrscheinlich von Meteoritenteilen verursacht worden seien. Beamte waren vor Ort und ermittelten.
Bei dem Einschlag entstand nach Angaben des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz ein Loch in der Größe eines Fußballs. Das Teil traf erst das Dach und dann das Schlafzimmer des Hauses – verletzt wurde aber niemand. „Es waren auch Personen in dem Gebäude, aber nicht innerhalb dieses Raumes“, sagte Benjamin Marx, der Einsatzleiter der Feuerwehr Koblenz.
Der Schaden soll heute bei Tageslicht noch einmal begutachtet werden. Offen ist auch die Frage, was von dem Meteoritenteil noch übrig ist. Weitere Schäden aus anderen Orten waren zunächst nicht bekannt.
„Es konnte bestätigt werden, dass wir hier einen Meteoritenüberflug über Rheinland-Pfalz hatten, der sich aufgesplittert hatte. Es kam mehrfach in Rheinland-Pfalz zu Niedergängen und hier auch zu einem Einschlag in ein Wohngebäude“, sagte Marx.
Die Feuerwehr war mit mehreren Kräften in Koblenz im Einsatz und sicherte nach dem Einschlag zunächst die Lage. „Wir haben auf chemische Substanzen gemessen und nukleare Strahlung gemessen, da haben wir nichts festgestellt“, sagte Marx.
Zunächst hatte der Meteoritenüberflug, dessen imposante Lichterscheinung weithin in Westdeutschland zu beobachten war, für viele Notrufe gesorgt. Auch ein lauter Knall war mancherorts zu hören. Das Polizeipräsidium Westpfalz in Kaiserslautern berichtete von Notrufen, in denen Menschen von einem hell leuchtenden Flugkörper mit kurzem Feuerschein beziehungsweise einem Feuerblitz am Himmel berichteten.
Nach dem aktuellen Stand der polizeilichen Erkenntnisse sowie in Abstimmung mit der Militärpolizei des US-Militärstützpunkts Ramstein gebe es „keinerlei Hinweise auf ein sicherheitsrelevantes Ereignis“, hieß es in einer Mitteilung am Abend.
Experten gingen von einem Himmelsereignis aus. Es sei sehr wahrscheinlich, dass das Objekt bereits in der Atmosphäre vollständig verglüht sei. Für die Bevölkerung bestand demnach zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr.
Auch anderswo in Deutschland, etwa im norddeutschen Raum, gab es ähnliche Beobachtungen. Im niedersächsischen Stade rückten Feuerwehr und Polizei nach Meldungen über einen möglichen Absturz von Flugzeugteilen zu einem Großeinsatz aus, unterstützt wurden sie von einem Marinehubschrauber und einer Drohne der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft. Es sei nichts gefunden worden.
