Er attackierte drei Männer

Messerangreifer von Würzburg tot in Zelle gefunden

Aktualisiert am 02.03.2026 – 14:40 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Polizei am Tatort in Würzburg: Bei der Attacke im Hauptbahnhof wurden drei Menschen verletzt. (Quelle: Michaela Johannsen/dpa)

Er greift drei Männer mit einem Messer an – eine Woche später ist er tot. Die Staatsanwaltschaft Würzburg steht jetzt vor offenen Fragen.

Der Afghane, der am vergangenen Montag im Würzburger Hauptbahnhof drei Männer mit einem Messer angegriffen hatte, ist tot in seiner Zelle im Untersuchungsgefängnis gefunden worden. „Es deutet alles auf Suizid hin“, sagte eine Polizeisprecherin am Montagvormittag. Wie es zu dem Tod in der Zelle kommen konnte, ist laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft Würzburg unklar. Zuvor hatte die „Main-Post“ berichtet.

Der 35-Jährige hatte die drei Opfer morgens gegen 7.50 Uhr an einem Stand der Zeugen Jehovas unvermittelt und ohne bekannten Grund angegriffen. Die Männer im Alter von 51, 55 und 68 Jahren erlitten dabei leichte Verletzungen. Passanten überwältigten den Angreifer, darunter ein Polizist in Zivil.

Es werde nun ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. „In diesem wird insbesondere ermittelt werden, ob Hinweise auf ein Fremdverschulden vorliegen“, teilte ein Behördensprecher mit. Das Strafverfahren gegen den Mann wegen des Messerangriffs werde indes eingestellt. Womöglich liefen aber gesonderte Ermittlungen zu seinem möglich Tatmotiv weiter.

Anschließend wurde der Mann festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht. Die Polizei ermittelte gegen den Mann wegen versuchten Mordes und versuchter gefährlicher Körperverletzung.

Hinweise auf Drogenkonsum oder eine psychische Erkrankung fanden die Ermittler nach der Tat nicht. Der Afghane lebte seit 2023 in Deutschland. Sein Asylantrag war abgelehnt worden, er verfügte jedoch über eine Duldung, also eine vorübergehende Aussetzung der Abschiebung.

Hinweis der Redaktion: Berichte über Suizide können wissenschaftlichen Studien zufolge Anreiz für Nachahmungen geben. Wir berichten daher nur dann über Selbsttötungen, wenn die Betroffenen besonders prominent oder die Begleitumstände außergewöhnlich sind. Falls Sie selbst viel über den eigenen Tod nachdenken oder sich um einen Mitmenschen sorgen, finden Sie hier sofort und anonym Hilfe.

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