Auswirkungen des Iran-Kriegs
Wirtschaftsinstitute senken Wachstumsprognose deutlich
Aktualisiert am 01.04.2026 – 10:26 UhrLesedauer: 3 Min.
Weniger Wachstum und mehr Inflation: Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre bisherige Wachstumsprognose für 2026 von 1,3 auf 0,6 Prozent gesenkt.
Der US-israelische Krieg gegen Iran führt zu hohen Energiepreisen und teuren Lieferketten. Auf die deutsche Wirtschaft hat das deutliche Auswirkungen. Die gemeinsame Wachstumsprognose der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute für das laufende Jahr liegt nunmehr bei 0,6 Prozent. Zuvor hatten die Experten mit einem Wachstum von 1,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gerechnet.
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„Der Energiepreisschock im Zuge des Iran-Krieges trifft die Erholung hart, gleichzeitig stützt aber die expansive Fiskalpolitik die Binnenwirtschaft und verhindert ein stärkeres Abrutschen“, sagt Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. 2027 erwarten die Institute ein Wachstum von 0,9 Prozent. Auch das ist deutlich pessimistischer: Zuvor hatten sie mit 1,4 Prozent gerechnet.
Die Institute erwarten außerdem ein spürbares Anziehen der Verbraucherpreise. Nach ihrer Einschätzung wird die Inflationsrate in diesem Jahr auf durchschnittlich 2,8 Prozent steigen und 2027 auf 2,9 Prozent. An der „Gemeinschaftsdiagnose“ sind unter anderem das Ifo-Institut und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) beteiligt.
Der „Energiepreisschock“ entfache vorübergehend die Inflation, heißt es in der Prognose. Der Anstieg des Erdgaspreises verteuere nicht zuletzt auch Düngemittel, was auf die Nahrungsmittelpreise ausstrahle. Zudem dürften auch höhere Produktions- und Transportkosten auf die Preise für Waren durchschlagen. Die gestiegene Inflation dämpfe den privaten Konsum. Vor einem halben Jahr noch hatten die Institute für 2026 einen Anstieg der Verbraucherpreise um 2,0 Prozent und für 2027 um 2,3 Prozent vorhergesagt.
Im März trieben die Folgen des Iran-Kriegs die Verbraucherpreise bereits auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Die Inflationsrate lag bei 2,7 Prozent nach 1,9 Prozent im Februar, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Daten mitgeteilt hatte. Besonders stark verteuerte sich im März Energie.
Auf dem Arbeitsmarkt verzögere sich die Aufhellung, heißt es in der Prognose der Institute weiter. Die schwache Konjunktur und der verschärfte Strukturwandel hinterließen deutliche Spuren am Arbeitsmarkt. „Erst im kommenden Jahr dürfte es zu einer zaghaften Erholung der Beschäftigung kommen, wenn bei besserer Konjunktur die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen steigt.“ Laut Prognose steigt die Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent im vergangenen Jahr auf 6,4 Prozent im laufenden Jahr.
