
Sie sondern ein Sekret ab
Spinnentiere: Sind Weberknechte eigentlich giftig?
Aktualisiert am 03.06.2021Lesedauer: 3 Min.
Im Haus, im Keller oder in der Garage: Weberknechte kennen viele Menschen als unliebsamen Gast. Dabei kann sich das Spinnentier durchaus als Nützling erweisen.
Weberknechte kennen wohl die meisten aus dem heimischen Garten oder dunklen Ecken im Haus. Im Volksmund hat der meist ungebetene Gast etliche Namen: Habergeiß, Kanker, Opa Langbein, Schuster oder Schneider. Doch die wenigsten wissen mehr über das Spinnentier – zum Beispiel, dass es sich beim Weberknecht gar nicht um eine Spinne handelt.
Der Körper von Weberknechten ist etwa zwei bis zehn Millimeter lang. Weibchen werden etwas größer als Männchen. Weberknechte haben einen einteiligen ovalen bis rundlichen Körper, Vorderleib und Hinterleib sind nicht sichtbar getrennt. Der Kopf von Weberknechten geht in den Körper über und ist somit äußerlich nicht erkennbar.
Vorne am Körper haben Weberknechte einen Augenhügel, auf dem seitlich zwei Linsenaugen sitzen. Zudem befinden sich am Kopf die dreiteiligen Kieferklauen, genannt Cheliceren. Sie bilden eine Schere.
Die acht Laufbeine sind als vier Beinpaare angeordnet und sehr beweglich. Mit ihnen können Weberknechte beispielsweise Zweige oder Grashalme einzeln umschlingen. Das zweite Beinpaar ist meist besonders lang und wird auch zum Tasten genutzt. Dabei helfen sensible Sinneshaare an den Beinen.
Weltweit gibt es etwa 3.600 Arten von Weberknechten, davon leben rund 110 in Mitteleuropa. In Deutschland gibt es 52 Arten, davon kommen 47 natürlicherweise vor, fünf weitere wurden eingeschleppt. Die Mehrzahl lebt am Boden, andere bevölkern auch Sträucher, Bäume, Felsen und Mauern oder Hauswände. Im Haus ist der Weberknecht dagegen eher selten zu finden – hier werden sie oft mit ähnlich aussehenden Spinnenarten wie der Zitterspinne verwechselt.
Weberknechte sind Allesfresser. Sie ernähren sich von pflanzlichen Stoffen ebenso wie von lebenden und toten Kleintieren, wie zum Beispiel von toten Insekten. Dadurch sind Weberknechte entgegen ihrem Ruf durchaus Nützlinge und gelten auch als „Müllabfuhr der Natur“.