Passagierzahlen vervierfacht

Deutscher Flughafen baut aus


03.09.2026 – 10:47 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Ryanair-Maschine am Flughafen in Memmingen: Der irische Billigflieger hat vier Flugzeuge in Memmingen stationiert. (Quelle: IMAGO/Michael Bihlmayer)

Mehr als zehn Millionen Euro investiert der Flughafen Allgäu in Memmingen in den kommenden Jahren in den Ausbau. Der Regional-Airport ist ein Erfolgsmodell.

In Memmingen läuft es: Die Zahl der Fluggäste am Flughafen Allgäu steigt, Airlines bieten attraktive Flugverbindungen an und im Umfeld wächst die Industrie. Nun soll der Flughafen, dessen Gebäude noch aus der Zeit eines alten Militärflughafens (1935 bis 2004) stammen, ausgebaut werden. Mehr als zehn Millionen Euro will der Flughafenbetreiber mit Geschäftsführer Ralf Schmid in die Hand nehmen, um zusätzliche Gates sowie mehr Platz im Terminal und auf dem Flughafenvorfeld zu schaffen. Das sagte Schmid dem Bayerischen Rundfunk (BR).

Die Arbeiten dafür laufen bereits. So wurden die Ausgangspassage im Ankunftsbereich umgebaut, Wege verkürzt und besser ausgeschildert und zudem ein neuer Fußgängerüberweg am Vorplatz geschaffen, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Im Obergeschoss des Terminals entstehen zusätzliche Gates, hauptsächlich für Passagiere aus dem Nicht-Schengen-Raum. Die Ost- und Westbereiche seien bereits saniert, heißt es.

Was steht noch auf dem Bauplan? An der Ostseite soll an der Start- und Landebahn ein neuer „Turnpad“ entstehen, eine Wendeplatte, um Flugzeuge drehen zu können. Ab 2029 wird den Angaben nach unweit des Terminals ein neues Parkhaus mit rund 1.800 Stellplätzen entstehen. Die Kosten werden sich laut Mitteilung auf rund 23 Millionen Euro belaufen.

Passagierzahlen in Memmingen steigen kontinuierlich

Was macht den Flughafen Allgäu so erfolgreich? Während viele andere Regionalflughäfen in Deutschland kämpfen, startet Memmingen durch. Ein ähnlicher Erfolg gelang zuletzt nur dem Flughafen in Weeze (NRW).

Laut Schmid ist es die Mischung. Der Flughafen Memmingen rechnet in diesem Jahr mit 3,8 Millionen Passagieren, also mit etwas mehr als im Vorjahr mit 3,7 Millionen Fluggästen. Der Osteuropa-Billigflieger Wizz Air fliegt den schwäbischen Flughafen regelmäßig an. Viele Pendler kämen so zur Arbeit nach Deutschland und Umgebung, so Schmid. Ryanair hat vier Flugzeuge ständig in Memmingen stationiert. Man listet im aktuellen Flugplan 47 Reiseziele in 25 Ländern – Tendenz steigend. Die Passagierzahlen hätten sich in den letzten zehn Jahren mehr als vervierfacht, berichtet der BR. Das alles führe dazu, dass sich im Umfeld neue Industrie und Forschungsbetriebe ansiedeln.

Was wirtschaftlich ein Erfolg für die Region ist, gefällt nicht jedem. Die Bürgerinitiative „Bürger gegen Fluglärm“ kritisiert den Ausbau. Der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Dieter Buchberger, bemängelt, dass den Kommunen selbst das Geld fehle, aber der Flughafen subventioniert werde: „Nachdem sehr viele Kommunen Finanznot haben, stellt sich die Frage, ob es sein muss, die Fernfliegerei zu bezuschussen, wenn die Kommunen einsparen müssen.“ Ebenso kritisiert er die aufkommende Lärmbelästigung und die hohen CO2-Emissionen. Rund zwei Millionen Tonnen soll der Flughafen seiner Aussage nach jährlich durch Flüge ausstoßen.

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