Flucht, Kopfgeldjäger und 124 Jahre Haft
Kosmetikerbe und Serienvergewaltiger kommt frei
Aktualisiert am 21.10.2026 – 12:53 UhrLesedauer: 3 Min.
Schon Marilyn Monroe setzte auf Max Factor. Der Urenkel des Firmengründers macht jedoch mit grausamen Verbrechen Schlagzeilen. Jetzt ist er wieder frei.
Er stammt aus einer berühmten Kosmetikdynastie, betäubte Frauen und filmte, wie er sie vergewaltigte. 124 Jahre Haft sollte er ursprünglich dafür verbüßen. Doch nach rund 20 Jahren ist Andrew Luster wieder frei. Der 62-Jährige stammt aus der Familie hinter der weltbekannten Kosmetikmarke Max Factor.
Die Entlassung löst in den USA Schockwellen aus. „Wir sind empört“, schreibt David Fredendall, der Bürgermeister der kalifornischen Stadt Glendora. Demnach soll Luster inzwischen dort wohnen – wo genau, ist Medienberichten zufolge unklar. Wie konnte er nun freikommen?
- Der Fall Ted Bundy: Er war der nette Typ von nebenan – bis sein Doppelleben aufflog
- Deal mit Staatsanwaltschaft: Vergewaltigung von 14-Jähriger, Gericht fällt Urteil
Am 11. Oktober wurde Luster unter Bewährungsaufsicht entlassen. Drei seiner Opfer hatten sich wiederholt dagegen ausgesprochen. Auch die Staatsanwaltschaft hatte sich gegen seine Freilassung gewandt.
Ermittler machen erschütternden Fund
Der Fall des Urenkels von Max-Factor-Gründer Maksymilian Faktorowicz hatte bereits vor mehr als zwei Jahrzehnten international Schlagzeilen gemacht. Die Kosmetikmarke wurde durch Hollywood berühmt. Stars wie Marilyn Monroe und Marlene Dietrich trugen trugen Make-up der Marke.
Im Jahr 2000 zeigte eine Studentin Luster an. Sie beschuldigte ihn, sie in seinem Haus an der kalifornischen Küste vergewaltigt zu haben. Bei einer Durchsuchung fanden Ermittler Videoaufnahmen, die den Missbrauch belegten. Luster hatte die Frau betäubt und die Tat gefilmt. Weitere Aufnahmen zeigten Übergriffe auf zwei andere Frauen.
Ende 2002 begann der Prozess. Doch nur zwei Wochen später gelang es Luster, eine Lockerung seiner Auflagen zu erreichen. Angeblich wollte er über die Feiertage seinen Anwalt in Los Angeles besuchen, wie das US-Magazin „People“ schreibt. Stattdessen verschwand er.
Kopfgeldjäger spürt ihn im Urlaubsparadies auf
Der damals 39-Jährige hatte sich nach Mexiko abgesetzt. Später behauptete er, einer seiner Anwälte habe die Flucht organisiert. Während US-Behörden nach ihm fahndeten, ging der Prozess ohne ihn weiter. Im Januar 2003 wurde er in 86 Anklagepunkten schuldig gesprochen. Das Urteil: 124 Jahre Haft.
Monatelang suchten US-Behörden, darunter das FBI, nach Luster. Dann nahm der Fall eine Wendung: Im Juni 2003 spürte ihn der US-Kopfgeldjäger Duane „The Dog“ (Hund) Chapman im mexikanischen Urlaubsort Puerto Vallarta auf. Luster wurde zurück in die USA gebracht und inhaftiert.
