Paulskirche Frankfurt

Frauenrechtlerin Alinejad „zu Tränen gerührt“

31.03.2026 – 20:21 UhrLesedauer: 2 Min.

Masih Alinejad (von rechts) neben Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU): Alinejad erhielt den neuen Paulskirchenpreis. (Quelle: Florian Wiegand/dpa/dpa-bilder)

Masih Alinejad ist die erste Preisträgerin des mit 50.000 Euro dotierten Europäischen Paulskirchenpreises für Demokratie. Ein gemischter Chor brachte sie dabei zu Tränen.

Die iranisch-amerikanische Journalistin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad hat am Dienstagabend in der Frankfurter Paulskirche den ersten Europäischen Paulskirchenpreis für Demokratie erhalten.

Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) begrüßte die Gäste. Gemeinsam mit Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner (Grüne) überreichte er Alinejad die Urkunde. Die Laudatio hielt Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU), die dem Kuratorium des Preises angehört. Frankfurt würdigt mit der Auszeichnung Alinejads Einsatz für Freiheit, Menschenrechte und die Rechte von Frauen.

Klöckner sagte: „Der Freiheitskampf im Iran ist kein westlicher Export in dieses Land.“ Er komme aus der Mitte der Gesellschaft und sei Ausdruck des Willens eines Volkes nach Recht und Freiheit. Alinejad sei „eine Frau, für die im Iran kein Platz vorgesehen war“. Laut Klöckner habe es erst vor wenigen Tagen einen Tötungsversuch gegen Alinejad gegeben. Der US-amerikanische Geheimdienst habe ihr abgeraten, nach Frankfurt zu kommen.

Vor ihrer Rede trat ein Chor in der Paulskirche auf. Alinejad sagte: „Der Anblick von Frauen und Männern, die Schulter an Schulter gesungen haben, hat mich zu Tränen gerührt. Denn in meinem Land dürfen Frauen nicht singen. Wir kommen ins Gefängnis, wenn wir singen.“ Islamistische Ideologie sei eine Waffe gegen Menschlichkeit, Demokratie und ein normales Leben.

Alinejad berichtete zudem, beim ersten Treffen mit Klöckner von deutschen Politikerinnen und Politikern frustriert gewesen zu sein. Sie sagte: „Ich kann Deutschland kritisieren und zurückkommen. Das nennt sich Demokratie. Und das ist, was ich für mein Land will.“

Im Anschluss trug sich Alinejad in das Goldene Buch der Stadt Frankfurt ein. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und soll künftig alle zwei Jahre vergeben werden – an Einzelpersonen, Organisationen oder Institutionen, die sich für Demokratie, Freiheit und Rechtsstaat einsetzen.

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