150 Jobs betroffen

Nach Insolvenz: Deutscher Maschinenbauer entlässt alle Mitarbeiter


11.08.2026 – 15:13 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine automatisierte Roboteranlage ist in einer verglasten Produktionszelle zu sehen (Symboldbild): Der Maschinenbauer Engmatec ist auf Automatisierung spezialisiert. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

Der Maschinenbauer vom Bodensee wollte sich aus eigener Kraft sanieren. Jetzt steht fest: Das Unternehmen kann nicht weitermachen.

Anfang März hatte die Engmatec GmbH aus Radolfzell am Bodensee Insolvenz angemeldet. Der Spezialist für Automatisierungsprozesse und Montageanlagen wollte sich in der Eigenverwaltung sanieren und strategisch neu aufstellen. Geschäftsführer Peter Sauter versprach damals: „Für unsere Geschäftspartner und Mitarbeitenden ändert sich im Tagesgeschäft nichts. Der Betrieb läuft stabil weiter, und wir erfüllen alle Aufträge in der gewohnten Qualität und Verlässlichkeit“.

Jetzt wird klar: Die Sanierung ist gescheitert. Wie zuerst der „Südkurier“ berichtete, konnte kein Investor für den Mittelständler gefunden werden. Ende Oktober wird deshalb der Betrieb vollständig eingestellt. 150 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs, deren Arbeitsverträge wurden laut Unternehmensmitteilung schon Ende Juli aufgelöst.

Insolventer Mittelständler war auch Zulieferer der Autobranche

Die Engmatec wurde 1994 gegründet und galt in der Region um Radolfzell als verwurzelter Mittelständler. Laut Unternehmenswebseite zog der Maschinenbauer viele Aufträge aus der Automobilindustrie an Land. Diese durchläuft in Deutschland eine tiefgreifende Krise, die auch viele Zulieferer aus der Branche betrifft. Die Engmatec GmbH muss sich nun in diese Liste einreihen.

Deutschlandweit liegt die Zahl der Insolvenzen einer neuen Studie zufolge auf einem „außergewöhnlich hohen Niveau“. Im Juli wurden insgesamt 1.689 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften verzeichnet, wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) mitteilte. Gegenüber Juni ging die Zahl der Pleiten leicht um 1,0 Prozent zurück. Doch im Vergleich zum Juli 2025 waren es sieben Prozent mehr. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Juli der Jahre 2016 bis 2019 – also vor der Corona-Pandemie – liegt die aktuelle Zahl der Pleiten sogar um 75 Prozent höher.

Die lange Krise habe offenbar die Reserven vieler kleinerer Unternehmen aufgebraucht, sagte Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung. „Die Marktbereinigung hält unvermindert an. Auch in den Folgemonaten ist deshalb mit sehr vielen Insolvenzen zu rechnen.“

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