Marokko kündigt nach Final-Eklat rechtliche Schritte an

Afrika-Cup endete im Chaos

Skandal-Finale: Verlierer Marokko kündigt rechtliche Schritte an

19.01.2026 – 18:50 UhrLesedauer: 2 Min.

Senegals Idrissa Gueye und Marokkos Achraf Hakimi (weißes Trikot): Diskussionen gab es nicht nur nach einem umstrittenen Elfmeter für Marokko. (Quelle: Youssef Loulidi/AP/dpa/dpa-bilder)

Nach der 0:1-Niederlage gegen Senegal will der marokkanische Verband rechtliche Schritte bei der Fifa und dem afrikanischen Verband einleiten. Die Partie hatte einige skandalöse Momente.

Der marokkanische Fußball-Verband (FRMF) hat rechtliche Schritte beim afrikanischen Verband (Caf) und beim Weltverband (Fifa) angekündigt. Untersucht werden soll, dass die senegalesische Mannschaft in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit aus Protest gegen einen Elfmeter für fast 20 Minuten in die Kabine gegangen war. „Diese Situation hatte erhebliche Auswirkungen auf den normalen Spielverlauf und die Leistung der Spieler“, begründete der FRMF seinen Schritt in einer Stellungnahme.

Beim Stand von 0:0 hatte der Schiedsrichter einen aus Sicht des Senegals unberechtigten Strafstoß für den Gastgeber gepfiffen. Zu Beginn der Nachspielzeit hatte der Unparteiische Jean-Jacques Ndala (DR Kongo) dem Führungstreffer des Senegal wegen eines strittigen Fouls in der Entstehung die Anerkennung versagt. Als er dann nach VAR-Check einen Strafstoß für Marokko pfiff (90.+8), wurde es wild.

Trainer Pape Thiaw schickte seine Spieler in die Kabine, auf den Tribünen brach Chaos aus. Die Fans des Senegal wollten den Platz stürmen und gerieten mit Ordnern aneinander. Kurzzeitig drohte ein Abbruch.

Erst nach Intervention des früheren Bayern-Stars Sadio Mané kehrte das Team auf den Platz zurück. Nach fast 20 Minuten Unterbrechung wurde die Partie fortgesetzt. Brahim Díaz vergab den Elfmeter. „Gestern habe ich versagt und übernehme die volle Verantwortung und entschuldige mich von ganzem Herzen.“ Díaz war mit einem sogenannten Panenka-Elfmeter – einem Lupfer in die Mitte des Tores – an Senegals Torwart Edouard Mendy gescheitert. In der Verlängerung gewann Senegal mit 1:0.

Trainer Thiaw entschuldigte sich anschließend: „Wir hätten nicht so reagieren sollen, aber das ist nun Vergangenheit. Wir entschuldigen uns beim Fußball.“

Fifa-Präsident Gianni Infantino kritisierte die Vorfälle scharf. „Es ist inakzeptabel, das Spielfeld auf diese Weise zu verlassen, und Gewalt darf in unserem Sport nicht toleriert werden“, sagte der Schweizer. Er erwarte, dass die zuständigen Disziplinargremien des afrikanischen Fußball-Verbandes Caf die entsprechenden Maßnahmen ergreifen. Infantino bezog sich dabei auch auf Auseinandersetzungen von Teilen der Fans mit den Ordnungskräften.

Der Caf reagierte und verurteilte daraufhin in einer Stellungnahme das „inakzeptable Verhalten einiger Spieler und Offizieller“. Der Verband kündigte zudem an, „sämtliches Videomaterial“ zu prüfen und den Fall „an zuständige Stellen“ weiterzuleiten, „damit gegen die Schuldigen entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können“.

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