
Sanierungsbedarf ist groß
Marode Sporthallen: So viele sind derzeit gesperrt
30.11.2025 – 05:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Viele Sporthallen in Köln stammen aus den 1950er bis 1970er Jahren. Die alte Bausubstanz ist anfällig für Schäden. Das sind die Konsequenzen.
Ob Vereinssport oder Schulsport – viele Sportarten sind, gerade zur Winterzeit, nur in der Halle möglich. Doch Hallenzeiten sind bei den Vereinen heiß begehrt – und die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten begrenzt. Wie die Stadt Köln mitteilt, sind derzeit 15 Sporthallen im Stadtgebiet komplett gesperrt. Neun davon sind dauerhaft gesperrt, sechs nur vorübergehend, bis notwendige Bauarbeiten abgeschlossen sind.
Bei 250 städtischen Sporthallen klingt die Zahl 15 zwar auf den ersten Blick nicht dramatisch. Wenn man aber bedenkt, dass eine Halle selten von nur einem Verein oder einer Schule genutzt wird, ist die Zahl der von einer Sperrung Betroffenen weitaus höher als die Zahl der gesperrten Hallen. Über den Zustand der Sporthallen hatte sich zuletzt auch Helmut Schaefer, Vorsitzender des Stadtsportbundes, im Gespräch mit t-online beklagt.
Neben den 15 gesperrten Hallen, sind derzeit laut Stadtverwaltung weitere vier Hallen für Ball- und Laufsportarten gesperrt. Es sei angestrebt, diese Hallen bis Ende 2026 so nachzurüsten, dass sie wieder uneingeschränkt nutzbar sind. Außerdem gebe es weitere 14 Hallen, die derzeit zwar noch in Nutzung seien, in denen aber eine Generalsanierung anstehe. In elf davon müsse innerhalb der nächsten fünf Jahre mit den Bauarbeiten begonnen werden, meldet die Stadt.
Torsten Burmester (SPD), jetziger Oberbürgermeister, hatte vor seiner Wahl im September im Gespräch mit der Allianz Kölner Sport, der neben zahlreichen Vereinen auch der Stadtsportbund angehört, von seiner Vision einer „Sport-Milliarde“ gesprochen. Mittel von Bund und Land sollten nach seiner Vorstellung Bewegung in die überfälligen Investitionen bringen.
In der Realität sind die verfügbaren Mittel allerdings weitaus geringer: Vor der Anfang November ausgerufenen Haushaltssperre hatte die Gebäudewirtschaft für das Jahr 2025 insgesamt 108,1 Millionen Euro für die Instandsetzungsmaßnahmen eingestellt. Hinzu kamen laut eines Stadtsprechers noch weitere Mittel, beispielsweise aus dem Sportamt. Insgesamt standen im Haushalt rund 1,5 Millionen Euro für sogenannte investive Maßnahmen im Sport zur Verfügung. Dazu zählen allerdings neben der Sanierung von Sporthallen auch die Sanierung von Schwimmbädern oder Außensportanlagen.
Die Haushaltssperre gilt zunächst bis Ende des Jahres. Bis dahin dürften nur noch Ausgaben getätigt werden, die rechtlich verpflichtend oder unbedingt notwendig seien, teilte die Stadt mit. Wie viele Turnhallen-Sanierungen in diese Kategorien fallen, ist nicht bekannt.