CSU-Chef

Söder verordnet sich Kurswechel – weniger Döner, mehr Politik


Aktualisiert am 24.04.2026 – 16:39 UhrLesedauer: 2 Min.

CSU-Politiker Markus Söder war zuletzt eher für sein kulinarisches Influencertum bekannt. (Quelle: Peter Kneffel/dpa)

Bayerns Ministerpräsident ist für seine Social-Media-Posts bekannt. Doch nun will der CSU-Politiker umsteuern: Es gebe derzeit andere Themen.

Markus Söder nahm in den vergangenen Jahren großen Einfluss auf die Debatte – alledings gefühlt weniger in der politischen Arena, als in den sozialen Netzwerken. Dort tummelte sich der CSU-Landesvater als Kulinarik-Boptschafter, zeigte sich beim Biss in Leberkäse-Semmeln und Currywurst und ließ seine Follower beim Besuch von Schnellrestaurants teilhaben.

Erst vor wenigen Tagen postete der 59-Jährige eine Fotoserie von sich mit Hollywoodstar Richard Gere. Der Schauspieler war anlässlich der Dreharbeiten zum Flugzeug-Thriller „Left Seat“ nach Bayern gereist. Söder ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und setzte sich mit Gere in ein Kleinflugzeug, um anschließend die Bilder der Aktion bei Instagram zu posten. Der Kommentar des Regierungschefs dazu lautete: „Mit diesem Piloten im Flieger kann nichts schiefgehen“.

Offenbar ist Söder aber auch die Kritik an seinen Auftritten bei Social Media nicht entgangen. Denn in der CSU soll die Unzufriedenheit über das Influencertum Söders schon seit Längerem wachsen. Nun verordnet sich Bayerns Ministerpräsident einen Kurswechsel: Er will künftig weniger Fotos auf Social Media posten, die ihn beim Essen zeigen, und dafür mehr ernste Inhalte. „Aktuell verschärft sich die wirtschaftliche und außenpolitische Lage von Woche zu Woche – die Kommunikation muss sich natürlich dieser Lage anpassen“, sagte Söder dem „Münchner Merkur“.

„Ich nehme Kritik immer an“, sagte Söder, dem auch parteiintern zu viel Klamauk vorgeworfen worden war. Auch das teils schwache Abschneiden der CSU bei den Kommunalwahlen im März war mit Söders Außenauftritt in Verbindung gebracht worden. „Natürlich darf man bei Social Media weiterhin authentisch sein. Inzwischen weiß aber auch jeder, was ich gern esse. Daher gibt es wirklich andere Themen“, betonte er in dem Interview mit der Zeitung.

Schon bisher habe er auf Social Media über 80 Prozent politische Posts abgesetzt. Nachrichten mit Döner als Inhalt hätten weniger als ein Prozent seiner Aktivitäten ausgemacht. Politisch tat sich der Ministerpräsident nun mit dem Vorschlag hervor, Ilse Aigner zur Bundespräsidentin zu machen. „Die Union wird nach dem Sommer einen Vorschlag machen. Wenn Ilse Aigner möchte, hat sie meine volle Sympathie und Unterstützung“, sagte Söder dem „Merkur“. Aigner ist wie Söder aus Bayern und seit 2018 Präsidentin des Bayerischen Landtages. Ob sie wirklich für die Steinmeier-Nachfolge kandidiert, ist offen.

Neben seinen Social-Media-Auftritten sieht Söder aber nicht allzu viel Justierungsbedarf. Das bayerische Kabinett sei schwungvoll und arbeite eng mit der Landtagsfraktion der CSU zusammen – die Notwendigkeit einer Umbildung seiner Ministerriege sieht er gegenwärtig nicht. „Jede Ministerin und jeder Minister hat sich in die Themenbereiche eingearbeitet und bewährt.“

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