Markus Lanz über Andrew: „Hilft der jemandem?“

Epstein-Akten

Lanz über Andrew: „Hilft der möglicherweise jemandem?“

04.02.2026 – 02:06 UhrLesedauer: 3 Min.

In Großbritannien konzentriert sich der Skandal vor allem auf Andrew. (Archivbild) (Quelle: Aaron Chown/PA Wire/dpa/dpa-bilder)

Die Ukraine kann laut Claudia Major nur wenig Sicherheit vom Westen erwarten. Lanz meint zu den Epstein-Akten: Im Zweifel für den Angeklagten.

Der Durchbruch in den Ukraine-Verhandlungen lässt auf sich warten. Unterdessen fährt Russland in der Ukraine eine brutale Vernichtungskampagne – „und wir Europäer lassen das zu“, kritisierte die Sicherheitsexpertin Claudia Major am Dienstag bei „Markus Lanz“. Vom Gastgeber nach der Lage in der Ukraine gefragt, antwortete sie: „Ein Warten darauf, wie dieser Krieg beenden werden kann.“

Dieser Passivität stellte Major die massiven russischen Drohnenangriffe auf die Energie-Infrastruktur, Krankenhäuser und Schulen der Ukraine entgegen. Es werde gar nicht mehr registriert, dass es sich hier um Kriegsverbrechen handelt, deren Zweck die „Entvölkerung“ sei, warnte die Vizepräsidentin des German Marshall Fund: „Das Land wird in den wirtschaftlichen Ruin bombardiert.“

Die aus Kiew zugeschaltete „Zeit“-Journalistin Olivia Kortas berichtete bei „Lanz“ von Wohnungen, in denen die Menschen im bitterkalten Winter bei teils fünf Grad Raumtemperatur ausharren müssten. Russland versuche, die Ukraine durch die mittlerweile seit dreieinhalb Jahren andauernden systematischen Angriffe auf die Infrastruktur „ins Unmenschliche“ zu bomben. Noch schüre das in der Ukraine aber eher Wut und stärke den Zusammenhalt.

Als Lanz von Sicherheitsgarantien sprach, die die Ukraine zu einem Waffenstillstand und de facto Verzicht auf die von Russland besetzten Landesteile bewegen könnten, wurde Major deutlich. Sie nannte es ein „bisschen Schönrederei“, hier von Sicherheitsgarantien zu sprechen. Die Ukraine könne mitnichten damit rechnen, von der Koalition der Willigen wie ein Alliierter verteidigt zu werden.

Vielmehr liegt laut Major lediglich auf dem Tisch, dass die Ukraine im Schwarzen Meer und bei der Luftverteidigung sowie bei Ausbildung und Ausrüstung unterstützt wird. Möglicherweise könne es eine kleine militärische Präsenz der Partner in der Ukraine geben. Aber eine Pflicht, das von Russland angegriffene Land zu verteidigen, stehe nicht zur Debatte, unterstrich Major. Das solle auch bei der Wortwahl deutlich gemacht werden.

„Ja, bescheuert“ – eine deutliche Sprache wählte in dieser Ausgabe von „Markus Lanz“ auch die SPD-Politikerin Katarina Barley, Vizepräsidentin des EU-Parlaments. Mit diesen Worten kommentierte sie die Entscheidung, das 25 Jahre lang vorbereitete Mercosur-Freihandelsabkommen in letzter Minute noch durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH) überprüfen zu lassen. Barley sprach mit Blick auf den Protest von Landwirten von einem „Einknicken vor so viel Lobbykraft“. Dabei sei in den vergangenen Monaten noch viel zugunsten der Landwirte geändert worden.

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