Marius Borg Høiby: Emotionaler Tag im Prozess

Vergewaltigungsvorwürfe

„Verrat und Schock“: Emotionaler Tag im Høiby-Prozess

Aktualisiert am 04.02.2026 – 20:21 UhrLesedauer: 3 Min.

Marius Borg Høiby: Der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit steht vor Gericht. (Quelle: Vegard Wivestad Grott/NTB SCANPIX/EPA/dpa/dpa-bilder)

Der Sohn von Norwegens Kronprinzessin soll Frauen vergewaltigt und sexuell missbraucht haben. Vor Gericht spricht er über ein Leben voller Drogen, Sex und Partys.

Seine Aussage im Gerichtssaal 250 beginnt Marius Borg Høiby am Mittwoch unter Tränen. „Es fällt mir wahnsinnig schwer, vor so vielen Menschen zu sprechen“, sagt der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit. „Ich werde von der Presse verfolgt, seit ich drei Jahre alt bin.“ In seinem Rücken sitzen mehrere Dutzend Journalisten, die den Vergewaltigungs-Prozess gegen den 29-Jährigen begleiten. Außer ihrem Tippen ist kurz nichts im Saal zu hören, als Høiby seine Brille abnimmt und sich mit einem Taschentuch die Augen trocknet.

Danach ist er deutlich gefasster. Mit verschränkten Armen, vor sich einen Notizblock und einen Stift in der Hand, berichtet der Norweger von der Nacht im Dezember 2018, um die es am zweiten Prozesstag geht. In der Residenz des Kronprinzenpaares soll Høiby eine Frau sexuell berührt haben, während sie schlief. Videoaufnahmen, die der Angeklagte selbst gemacht haben soll, sollen die mutmaßliche Tat zeigen.

„Ich erinnere mich nicht, dass ich sie gemacht habe“, sagt Høiby nun vor Gericht aus. Er erinnere sich daran, einvernehmlichen Sex mit der Frau gehabt zu haben, und an einige Trinkspiele mit Freunden. An den geschilderten Vorfall aber nicht.

Ein völliger Blackout – so beschreibt das mutmaßliche Opfer ihr Erlebnis in der fraglichen Nacht im Gerichtssaal laut der norwegischen Zeitung „Verdens Gang“: So etwas habe sie noch nie erlebt. „Vielleicht habe ich etwas eingeflößt bekommen, das ich nicht selbst zu mir genommen habe“, zitiert die Zeitung die Frau. Laut ihrer Aussage hatten Høiby und sie in der Nacht sehr kurz Sex auf der Toilette. An das, was auf den Videoaufnahmen zu sehen sein soll, hat sie der Zeitung zufolge überhaupt keine Erinnerung: „Ich habe es erst gar nicht geglaubt.“

Den Raum, in dem sie auf den Videos liegt? Erkennt sie nicht wieder. Wie sie dorthin gekommen ist? Weiß sie nicht. „Hat er mich dort hingetragen?“ All das fragt sich laut „Verdens Gang“ die „Frau vom Fest“, wie die norwegischen Medien sie nennen, um sie nicht zu identifizieren. Nur wenige Journalisten dürfen die Aussage der Frau im Gericht mitverfolgen.

Es werden Teile der ersten Polizei-Befragung der Frau zu dem Fall abgespielt. Darauf ist norwegischen Medien zufolge zu hören, wie sie völlig ungläubig auf Videoaufnahmen reagiert, die die Tat zeigen sollen. „Ich habe nicht verstanden, dass das eine ernsthafte Vernehmung war“, sagt sie laut „Verdens Gang“ über die Befragung. „Ich dachte, es wäre versteckte Kamera.“

Aktie.
Die mobile Version verlassen